Pfingsten hat uns einige herrliche Sonnentage beschert. In unseren Gefilden ist das mit dem schönen Wetter ja eher ein Glücksspiel. Das ist eine Sorge, die KEAM wohl seltener plagt, schließlich kommen die Jungs aus dem sonnenverwöhnten Italien. Vielleicht ist das der Grund für die sommerliche Frische, mit der das gleichnamige Album "Keam" daherkommt.
Die Jungs sind schwerlich in eine Schublade zu packen, gehen meines Erachtens nach aber am ehesten in Richtung Rock/Indie/Alternative. Das Besondere an KEAM ist die offensichtliche Experimentierfreudigkeit. Lu bringt mit seinem Synth Bass viel Abwechslung in die Songs. Außerdem werden Tracks mit Piano und Streichern verfeinert ('Robin's Revenge'). Auch wenn der Funke nicht beim ersten Hören überspringen wollte, ist "Keam" ein Album, das ideenreich ist und gute Melodien aufweist (z. B. 'Avoid The Circle', 'Billy's Tripp(Y)', 'Raven's Nest'). Man merkt der CD an, dass das Quartett mit Herzblut hinter ihrer Musik steht und bemüht ist, sich durch leicht unkonventionelle Songpassgen vom Rest abzuheben. Im Grunde gelingt das auch sehr gut, weswegen "Keam" beim zweiten Durchlauf eine absolut runde Sache war.