Der Regen prasselt gegen die Fensterscheibe. Die Äste bewegen sich im Takt des Windes und im Kamin knistert ein kleines Feuer vor sich hin. Genau das wäre die perfekte Situation, sich Nahemahs Lifeforce Debüalbum genüsslich anzuhören.
Das Album wurde ausschließlich in Wintermonaten aufgenommen und auf mich macht "The Second Philosophy" den Eindruck, dass man versuchte eine dieser Winternächte musikalisch einzufangen. Und das ist Nahemah ziemlich gut gelungen.
Für Lifeforce recht unüblich bieten Nahemah einen recht proggresiven, experimentellen Metal, der wie eine Mischung aus Opeth und Disillusion klingt. Das Album ist sehr atmosphärisch ausgefallen und geizt nicht mit kreativen Keyboard und Streichinstrumenten Klängen. Der Sound ist recht düster ausgefallen, was man Spaniern mit ihrem sonnigen Gemüt gar nicht zutrauen würde. Trotzdem ist "The Second Philosophy" genau das richtige für diese Jahreszeit. Ein 10 Track langes sehr melodiöses Album, bei dem entspannt einfach mal die Seele baumeln lassen kann. Sofern man für melancholische Klänge recht aufgeschlossen ist. Dann wird man seine helle Freude an der fast einstündigen Traumreise der fünf Spanier haben. Fans der progressiven, experimentellen Musik sollten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.