
Revel In Flesh – Flesh For The Kult Of Death
VÖ: 18. September 2026 • Label War Anthem Records
Revel In Flesh – Flesh For The Kult Of Death
So einfach wollte Ralf Hauber, seines Zeichens Frontmann bei REVEL IN FLESH sein Baby doch nicht zu Grabe tragen. Die Enttäuschung über Vergangenes und die Freude über Gegenwärtiges fanden wohl Eingang ins titelgebende „Flesh For The Kult Of Death“, welches allen Zweiflern gleich zum Einstieg ordentlich den Nackenmuskel massiert.
Hauber hat sich bei der Suche nach neuen – und vor allem passenden – Mitstreitern von verschiedenen Dingen leiten lassen. So sollten sie nicht nur menschlich passen, sondern auch seine Vision von REVEL IN FLESH teilen. Mit Jonny Petterson hat er da wohl eine ebenso gute wie auch naheliegende Wahl getroffen, musizieren die beiden Death-Metal- und Horror-Film-Fans doch auch bei HEADS FOR THE DEAD und ROTPIT erfolgreich miteinander.
Nach dem beinharten Opener geht es mit der zweiten Single „Bodybag Inferno“ sowie dem getragen sägenden „The Graverobber“ gemäßigter, eingängiger und etwas langsamer weiter. Damit treffen die Oldschool-Todesmetaller genau meinen Nerv. Der HM2-Sound ist und bleibt das alles dominierende Element im Schaffen von REVEL IN FLESH. Doch vor allem die regelmäßig eingestreuten Gitarrenmelodien rufen durchaus auch Erinnerungen an EDGE OF SANITY wach. Die wilde Raserei in Songs wie „Pool Of Blood“ bedient hingegen auch die Freunde früher DISMEMBER und ENTOMBED. Mit „Death Kult Maniacs“ setzt die Band sich und ihren Anhängern ein eigenes musikalisches Denkmal und lässt die Death-Metal-Kreissäge ohne Gnade laufen. Und auch „Priest Of Flesh“ hat fast Hit-Qualitäten. „Demon Dawn“ wirkt aufgeräumter und minimalistischer als der Rest des Albums, gehört aber zu meinen Favoriten.
Nach etwa 45 Minuten purem Death-Kult-Worshiping, gehören die letzten drei Minuten einem Coversong. REVEL IN FLESH haben CROWBARs „All I Had (I Gave)” ein Schwedentod-Make-Over verpasst, das dem Song gut zu Gesichte steht und dafür sorgt, dass sich die Fremdkomposition organisch ins Album einfügt.
Dem Kollegen Kersten klingen REVEL IN FLESH zu knarzig. Daraus kann man schon sehen, dass die internationale Truppe alles richtig gemacht und ihren Fetisch für 90er-Jahre-Schweden-Tod perfekt umgesetzt hat. REVEL IN FLESH sind zurück. Nicht mit gesenktem Haupt oder ausgestreckter Hand. Sondern mit einem Faustschlag ins Kontor aller Kritiker. „Flesh For The Kult Of Death“ liefert zu einhundert Prozent REVEL IN FLESH und lässt die Pionierjahre des schwedischen Death Metal einmal mehr lebendig werden.
Long live the Deathkult!
