Florida ist den meisten Metalfans als Heimat der Morrissound Studios und einer einst wegbestimmenden Death Metal Szene bekannt. Für Senioren aus New York bietet der Staat eine sonnige Residenz für den Lebensabend und für junge Dinger eine Möglichkeit sich während der Spring Break nackt zu zeigen.
Dieses bunte Programm wird nun erweitert: Seven Kingdoms drängen auf den Markt.
Am Mikro steht eine junge Dame und trotzdem spielt die Band keinen Opern Metal á la Nightwish und Konsorten. Vielmehr wird hier melodischer Power Metal geboten, der fast teutonische Merkmale enthält (man höre z.B. mal "The Ones Who Breathe The Flame"). Der Fünfer legt Wert auf sägend-singende Gitarren und auf drückende Drums. Doch all dies dient nur der musikalischen Untermalung für die Gesangmelodien von Sängerin Sabrina Valentine. Und diese macht ihren Job wirklich gut. Das sie singen kann, wird letztlich auch im ruhigen Pianostück "A Murder Never Dead" deutlich. Ein Stück, was perfekt zum trüben Herbstwetter passt. Doch aller Trübsaal wird durch die Doublebass von "Into The Darkness" sofort wieder weggeblasen.
Wer schließlich auf kitschige Metal Refrains steht, der wird mit "Thunder of the Hammer" noch voll bedient, bevor das epochale "Seven Kingdoms" die Scheibe abschließt. Mein Highlight steht allerdings zu Beginn der Scheibe, als mit "Somewhere far away" die Qualitäten der Band am besten zusammengefasst werden. Die Scheibe ist dann nämlich insgesamt zwar ganz hörenswert, doch die echten Highlights fehlen noch. Allerdings liegen die Zutaten bereit, vor allem die Stimme von Sabrina sorgt für eine frische Note, und vielleicht kann das Rezept für die nächste Scheibe noch verfeinert werden, so dass man wirklich in die Spitzenklasse aufsteigen kann.