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Sha-Boom – Another Nail in the Coffin

VÖ: 28. August 2026  •   Label  Silver Lining Music

Sha-Boom – Another Nail in the Coffin

Ganz so alt wie mein Latein-Professor, der gerne „Erster Nagel zum Sarg, zweiter Nagel zum Sarg, usw.“ neben die Übersetzungen schrieb, sind SHA-BOOM zwar noch nicht. Doch die Hochzeit der Schweden lag in den späten 80ern, als man zwischen 1988 und 1990 gleich drei Alben veröffentlichte. Danach war allerdings Schluss…

… und Mastermind Dag Finn tauchte erst in den 2000ern wieder auf, als er mit „Fiiire“ einen etwas zweifelhaften Beitrag zum E. S. C. leistete und 2005 mit „The Race Is On“ ein Album unter der Leitung von Tommy Denander veröffentlichte. Trotz gewisser Erfolge, war mir SHA-BOOM bislang kein Begriff und ich muss auch sagen, dass dieser weiße Fleck auf meiner musikalischen Landkarte nicht unbedingt einen Makel darstellt. Die Hörproben auf YouTube haben mich jedenfalls nicht unbedingt überzeugt und die Songs variieren zwischen mittelmäßigem AOR, schmalzigen Balladen und ABBA.

Doch die Zusammenarbeit mit Erik Mårtensson (u. a. ECLIPSE, W.E.T., NORDIC UNION) hat sich mehr als ausgezahlt, denn „Another Nail in the Coffin“ ist ein echter Knaller geworden, der allen Fans von H.E.A.T. und ECLIPSE die Schuhe ausziehen dürfte, denn mit der Single „Walk (Far Away)“, dem Smasher „Back on the Street“, dem titelgebenden „Another Nail in the Coffin“ oder dem eingängigen, etwas angepoppten „The Sun, the Moon, the Stars“ muss man sich nicht hinter Alben wie „Megalomanium“, „Wired“ oder „Paradigm“ verstecken. Und mit „A Million Miles Away“ liefern SHA-BOOM nun auch endlich eine gefühlvolle Power Ballade jenseits von Schmalzhausen ab, in der Frontmann Dag mit seiner leicht rauchigen Stimme punkten kann. Rockig-bluesig geht es im schmissigen „One More Drink for the Road“ zu, bei dem es zudem Unterstützung von THUNDERMOTHERs Linnéa Vikström, deren Vater auf dem Album ebenfalls Background Vocals beisteuerte, gibt. Die traditionellen Rock`N`Roll-Elemente (z. B. „Let’s Go (88)) stehen der Band ohnehin gut zu Gesicht, so wirken die Piano-Einlagen in „Another Nail in the Coffin“ ebenso wie in „One More…“ wohldosiert und erfreulich erfrischend.

Je nach individuellem Geschmack gefallen vielleicht nicht alle Songs gleichermaßen, aber einen wirklich schwachen Song kann ich auf „Another Nail…“ nicht ausmachen. Dafür feuern Dag Finn und seine Mannen mit Songs wie „Walk“ echte Superhits aus den Boxen und SHA-BOOM sind musikalisch endlich dort, wo sie Ende der 80er schon sein wollten. „Another Nail in the Coffin“ liefert feinsten skandinavischen Stadion-Rock und erstmals in der Bandgeschichte wirkt auf diesem Album alles absolut stimmig: Songwriting, Performance, Produktion und Artwork.

Gerade im Vergleich zum bisherigen Schaffen der Band darf man feststellen, dass „Another Nail in the Coffin“ so etwas wie die sexy M. I. L. F. in der Diskographie der Band ist. Da muss man hoffen, dass dies nicht der letzte Nagel zum Sarg der Band war und es nicht wieder 21 Jahre dauert bis es ein neues Album gibt. Spitzenklasse.
Sha-Boom - Walk (Far Away) [Official Music Video]
Sha-Boom - One More Drink For The Road (Official Video)