Als ich die ersten Pressefotos von The Poodles gesehen habe, war ich hellauf begeistert. Endlich mal wieder ne ordentliche Posertruppe aus Europa am Start. Als ich die Platte in der Hand hatte, schlich sich schon ein komisches Gefühl ein.
Der Titel "Metal will stand tall" erinnert eher an die Conan-Vereher Manowar, als an Partys mit Nikki Sixx, Groupies flach legen und mit Rock´n´Roll die Bühen der Welt in Schutt und Asche zu posen. Die 12 Stücke retten diesen Eindruck leider nicht. Geboten wird seichter, melodiöser Metal, der maximal Leute schockiert, die bislang nur Marianne und Michael gehört haben. Klar, qualitativ ist "Metal will stand tall" kein Schrott, da lassen Band und Plattenfirma nichts anbrennen: gut produzierter, radio-taugliche Hartwurst-Mucke. Die Ultravox-Covernummer "Dancing with tears in my eyes" kommt dann auch nicht von ungefähr. Auch nach mehreren Durchläufen rattert die Platte nicht wirklich. Schade! Positiv hängen bleibt der wirklich gut rockig-röhrige Gesang von Jakob Samuel, dem ich hier wirklich andere Mucke gewünscht hätte. Posen allein reicht halt doch nicht.