Wäre das Keyboard noch nicht erfunden, so müsste man es umgehend tun. White Widdow Tastenmann Xavier Mills haut in die Tasten, als gäbe es kein Morgen und als handele es sich bei Van Halen, Fate, Europe & Co nicht um Relikte aus den 80iger Jahren.
"Strangers in the Night" orgelt durch die Membranen, so dass jede Stalinorgel blass wird und auch "How Far I Run" macht Van Halen zu Hochzeiten Konkurrenz. Gepaart werden diese Keyboardteppiche mit kernigen Gitarren, die gerade genug Biss haben, um die auftupierte Frisur der Dame nicht nach hinten zu blasen. Mit "Cry Wolf", "Serenade" oder "Strangers In The Night" haben die Australier meinem Wunsch im letzten Review insofern entsprochen, als dass sie noch mehr am Songwriting gefeilt und in ihrem Labor einige Ohrwürmer herangezüchtet haben. Herausgekommen sind zum Teil eingängige AOR Songs, die ebenso krisp und frisch klingen wie die milden Novembermorgen, die wir zur Zeit erleben dürfen: eine befreiende Frische und ein leicht nebelverhangener, violett schimmernder Sonnenaufgang werden musikalisch umgesetzt und in der Konserve festgehalten.
Ein Jahr nach ihrem Freshman Werk, haben die fünf Herren einen großen Schritt in Richtung 1. Liga getätigt. Wer AOR möchte, der bekommt ihn hier!