Was ist eigentlich Kunst? Darüber hat sich von Oscar Wilde bis zu Kai-Malte Müller aus der 6B wohl bereits alle Kunstschaffenden der verschiedenen Zeitalter geäußert. Und sei es nur die Putzfrau eines hannoverschen Museums, die die Installation eines Stücks Butters in der Raumecke fälschlich für Überreste einer Schaffenspause des Künstlers hielt und es beherzt in einem blauen Sack neu installierte. Mit Musik Bilder im Geiste der Zuhörerschaft zu schaffen ist eine schwere Aufgabe, doch WORK OF ART stellen sich auf ihrem Drittwerk dieser Aufgabe.
Während das Trio optisch mitunter an eine Mischung aus Gebrauchtwagenhändler und Herrenausstatter erinnert, lässt die musikalische Ausrichtung keine Spekulationen über die Wurzeln der Schweden zu: AOR und Classic Rock der Marke TOTO, JOURNEY, GIANT oder BAD ENGLISH.
Auf ihrem Drittwerk gehen die Schweden zweifelsohne am flottesten und gradlinigsten vor und Songs wie "The Machine", "How Do You Sleep At Night", "Can't Let Go" oder "Over The Line" gehen unmittelbar ins Gehör. Bedienen sich WOA irgendwelchen innovativen Stilmitteln? Nein. Auf "Framework" gibt es ausschließlich traditionellen, sehr melodischen und Schwiegermutterverträglichen Classic Rock der alten Schule. Über den pop-rockigen Instrumentalisierungen schwebt Lars Säfunds (u.a. W.E.T., LIONVILLE), der wirklich durch grandiose Melodien brilliert.
WORK OF ART gelingt es mit "Framework" tatsächlich emotionale, verträumte Bilder beim Hörer zu erzeugen. Mit Ohrwürmern wie "Can't Let Go" empfehlen sich die Schweden mit ihrer Mischung aus H.E.A.T. und GIANT als perfekte Ohrgarderobe für den rockverliebten Kunstmäzen.