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Atlases - Woe Portrait

VÖ: 23. Oktober 2020   •   Label:  Lifeforce Records
Mit ihrem neuen Longplayer "Woe Portrait" steht zudem ein Remedium bereit, das einen in Zeiten, in denen die Tage wieder kürzer werden und die Hiobsbotschaften wieder zunehmen, sehr gute Hilfe leistet. Denn der Sound der Finnen ist nicht nur äußerst atmosphärisch und sehnsuchtsvoll, sondern zugleich auch überaus kraftvoll und stärkend, so dass eine Erholung von der traurigen Gegenwart im Bereich des Möglichen ist.

Man höre nur Songs wie das quirrlige 'Solarist', das gekonnt aufrüttelnde, riffige Brutalität mit hypnotischer, intensiver Nachdenklichkeit verbindet und so für eine ungeahnte Explosivität sorgt. Der Opener 'Dreadlight' lässt im Hinblick auf die Riffs und Vocals unvermeidlich Erinnerungen an GHOST BRIGADE aufkommen, doch aufgrund der Erstklassigkeit der Komposition verblasst die Trauer so schnell, wie sie gekommen ist. Mehr emotionale Kraft ist fast nicht möglich!

Eines der vielen Highlights auf dem Longplayer ist 'Halos', ein Track, der sich mit jedem Hören mehr entfaltet und gleichzeitig trotz aller Wehmut eine ungemeine Energie und Dynamik verbreitet. 'Eternia' besticht durch die gelungene Mischung aus wehmütiger Sehnsucht, die jedem THE-CURE-Fan das Herz höher schlägen lässt, und niederschmetternder, unwirtlicher Infernalität. Hammer! 'The Unsung Lamennt Pt. II – Silhouettes' überzeugt durch seine Gegensätze, deren Enden sich immer wieder zu einem versöhnlichen Moment zusammenfinden.

Der Phoenix aus 'Phoenix Trail' sammelt seine Kraft zunächst sehr lange in meditativer Nachdenklichkeit, ehe er sich in einem furiosen Finale furios in die Lüfte erhebt. Ähnliches gilt auch für 'The Unsung Lamennt Pt. I – Apparition'. Der Rausschmeißer lässt schließlich durch seine Experimentalität aufhorchen, die entfernt an die experimentellen PARADISE LOST aus der Host-Ära erinnern.

Fazit: ATLASES entführen die von der Gegenwart Geplagten mit ihrem Album „Woe Portrait“ in gelungener Art und Weise in musikalische Welten, die alles haben, was das Post-Modern-Metal-Herz begehrt: eine kraftvolle Infernalität, eine wehmütige Melancholie und eine hypnotische Atmosphäre. Also ein wirklich gelungenes Stück feinsten finnischen Modern Post Metals!
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