Na klar kommt bei dieser Art von Musik immer der Vergleich zu alten Tiamat oder Paradise Lost Alben. Das Info nennt auch noch Crematory zu ´Just Dreaming´ Zeiten – zum Glück höre ich diese Parallele kaum. Und auch mit den anderen Szenegrößen Anathema und My Dying Bride hat der Sound wenig zu tun. Die Songs von GRAVEYARD OF SOULS sind kompakter und griffiger als die der Briten.
Aber der Einfluss der ersten beiden Bands scheint schon deutlich durch. Die Gitarren beim Opener erinnern stark an Timat in der Prä-Wildhoney-Zeit; das Schlagzeug hingegen klingt streckenweise nach Moonspell. Und das sind ja mal Hausnummern in dem Genre. Die Melodiebögen der Gitarre bei ´Memories Of The Future (We Are)´ klingen dann tatsächlich wie Paradise Lost zu ihren besten Zeiten. Das folgende ´Follow Me´ist für mich der Höhepunkt des Albums, schafft er doch von Anfang bis Ende eine wohlige Melancholie. Gelungen ist auch die Coverversion von ´Mad World´, die man anfangs nur schwer erkennt; aber die Gitarrenmelodie und der Text eigenen sich super für den Transfer in den Doom Death.
Die einzige Kritik, die ich an dem Album habe, ist dann doch eine Parallele zu Crematory. Für mich müsste das Keyboard nicht permanent zu hören sein. Auch der Einsatz im Hintergrund ist einfach eindrücklicher, wenn er gezielter kommt. Aber das ist Geschmackssache und ich stehe mit dem Tasteninstrument eher auf Kriegsfuß.
Diejenigen, die sich immer noch darüber ärgern, dass das Gros der Death Doomer der ersten Stunde ihren Sound zum Teil recht radikal geändert haben, werden sich mit ´Shadows Of Live´ auf jeden Fall trösten können. Es beleibt zu hoffen, dass das Spanische Duo seinem Sound auch nach diesem gelungenen Debüt treu bleibt.