Katatonia The Fall of Hearts
Ganz in gewohnter Art? Nein, nicht ganz. KATATONIA schaffen es, auf beeindruckende Art und Weise, sich stets neu zu erfinden. Auch das neue Werk ist kein Abklatsch vergangener Werke oder nur eine B-Seite dessen. Stattdessen frickeln die Schweden fleißig am Sound und entwickeln sich dabei prächtig nach vorne. Sicherlich auch verantwortlich dafür ist das kreisende Bandkarussel, dass uns einen neuen Drummer Daniel Moilanen und Roger Öjersson am Zupfwerk. Gerade auch die Drums sind im neuen Werk deutlich präsenter. So rutscht zwar die Stimme ein wenig in den Hintergrund, das tut dem Gesamteindruck aber keinerlei Abbruch, sondern wirkt eher erfrischend.
Das Album beginnt mit dem Titel "Takeover", der den Hörer wortwörtlich mit auch die Reise nimmt, und dabei von eben jenen früheren Werken abholt. Jonas Renkse schafft mit seiner beeindruckenden Stimme eine wunderbar düstere Atmosphäre zu schaffen und so den Weg zu bereiten.
"Serein" als Anspieltip des Albums bildet die Brücke zwischen alten Fäden und neuem Sein. Langsam beginnend steigert sich der Song schnell in Tempo und Gefrickel. Die Instrumente übernehmen die Führung und preschen in progressiver Manier nach vorne.
Mit "Old hearts fall" geht es dann wieder etwas ruhiger zu, und diesmal steht die Gitarrenarbeit verstärkt im Vordergrund. Noch einen Gang runter wird bei "Decima" geschaltet und Jonas erzeugt mit seiner Stimme wieder den katatonischen Gänsehaut-Moment.
Mit "Sanction" geht es wieder ein Stück in Richtung ältere Werke und es wird deutlich rockiger. Hier schwingt noch ein wenig "Tonights decision" mit. Allerdings in völlig neuem Gewand und weiterentwickelt. Und so zeigen sich auch die weiteren Tracks. Mal übernimmt Jonas die Führung und baut eine unheimlich düstere Grundatmo auf, um im nächsten Moment von den Gitarren und dem Schlagwerk eingeholt und unterstützt zu werden. Doch entgegen noch alter Scheiben sind eben genannte völlig gleichwertig und Teils sehr dominant im Einsatz. Daraus resultiert ein unheimlich guter, wenn auch ungewohnter KATATONIA Sound. Sicherlich ist es keine Band, die man einfach so nebenbei hören kann. Man muss ich auf die Scheibe einlassen können. Doch wie auch schon bei "Dethtroned and Uncrowned" lohnt sich dieses Einlassen mit jedem Durchgang immer mehr. Im Abgang hält KATATONIA mit "PASSER" noch einmal ein besonderes Schmuckstück bereit. Fans der alten härteren Klänge kommen hier voll auf ihre Kosten, wenn das Schlagwerk per Double Bass vorprescht und von einem gut platzierten Gitarrensolo eingeholt wird. So ganz wird der Metl Charakter also nicht abgelegt, was auch dem Gesamtwerk gut tut.
"The Fall of Hearts" ist ein rundum gelunges Werk. KATATONIA beschreiten neue Wege, beliebn sich selber aber treu. Neue Mitglieder im Haus sorgen für eine Crische in der musikalischen Ausrichtung, die dem Gesamtkonstrult gut tut. Ohne dabei alte Qualitäten abzulegen. Damit ist "The Fall of Hearts" sicher nicht nur ein Tip für eingefleischte Die Hard Fans. Auch wer sich bisher um die Band gedrückt hat, oder sie noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte sich auf die Reise einlassen und auditiv abtauchen.