Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung zeigt, dass sich hier die Creme de la Creme die Klinke in die Hand gegeben hat, doch die Champions League Spiele der vergangenen Woche zeigten, dass dies nicht immer ein Garant für Erfolg ist. Nun gibt es eine ganze Reihe Tate Die-Hard Fans, für die QUEENYRYCHE ohne die Frontsirene nicht denkbar sind. Ein Blick in den elektronischen Blätterwald zeigt aber auch, dass es scheinbar ebenso viele Kritiker gibt. Erste Hörproben aus beiden QUEENSRYCHE Lager hatten auf meiner Punktetafel einen leichten Vorteil zu Gunsten Tates ehemaliger Mitstreiter bewirkt.
Nun wird man sagen müssen, dass Tate versucht sein musikalisches Schaffen der letzten 30 Jahre irgendwie zu kombinieren, so dass es durchaus progressive Elemente („Life without you“, „The Weight of the world“) gibt, aber auch viele moderne, alternative Momente (z.B. „Slave“, „Dare“). „Running Backwards“ zeigt vielleicht am deutlichsten die Melange aus traditionellem Metal (erinnert fast an MAIDEN) und modernen Elementen (Rhythmik usw.).
Am Ende verabschieden den Hörer dann vier Neuaufnahmen alter Hits aus der ersten Runde der Geoff Tate’s QUEENSRYCHE Era. Und man muss wohl attestieren, dass wir mit den Songs aus der „Empire“ bzw. „Operation: Mindcrime“ Zeit dann auch die musikalischen Höhepunkte des Albums erreicht haben. Die Frage nach dem Sinn der Neuaufnahmen bleibt natürlich, denn im Vergleich zu den Originalen (zumindest der „Empire“ Songs) ist der Sound eher dünner geworden, neue Interpretationen fehlen (bei „Empire“ hat man gar dasselbe Intro verwendet).
Über „Frequency Unknown“ wird wohl heftig diskutiert werden dürfen. Ich vermute, dass die erste Runde klar an Tates ehemalige Mitstreiter gehen wird, denn wirkliche Hörhöhepunkte bietet uns der Sänger hier nicht an – da hilft auch eine mehrdeutige Message und eine geballte Faust auf dem Cover nichts.