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Interviews

Ein lebender Organismus auf der Reise - Konstantinos Analytis von Abyssus im Interview


  • Lineup
    Konstantinos Analytis - Gesang
    Panagiotis Gkourmpaliotis - Rhythmus Gitarre
    Konstantinos JaJas - Lead & Rhythmus Gitarre
    Manolis Skoularakos - Bass
    George "Hellgrinder" Tsafos - Schlagzeug

    Gäste auf “The Reign”:
    Konstantinos Foukarakis - Lead & Rhythmus Gitarre (Rotting Christ)
    Fotis Benardo - Schlagzeug (Nightfall, Six For Nine, ex-Septic Flesh, ex-Nightrage)
    Chris Zoukas - Bass (Sacral Rage)
Social Media / Website

ABYSSUS ist ein lebender Organismus, ein Team, das sich trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten weiterentwickelt und wächst. Die Band bleibt ihrem Ziel und dem eingeschlagenen Weg gegenüber konsequent und ehrlich.
Konstantinos Analytis über die Entwicklung seiner Band

Ein lebender Organismus auf der Reise - Konstantinos Analytis von Abyssus im Interview

In den vergangenen 15 Jahren haben sich ABYSSUS den Ruf erarbeitet, eine der bedeutendsten Death Metal Bands Griechenlands zu sein. Dabei hat die Band, die hörbar von OBITUARY, DEATH oder BOLT THROWER inspiriert wird, ihren Stil immer wieder leicht verändert und weiterentwickelt. So auch auf dem dritten Langspieler „The Reign“, welcher im Oktober via Fireflash Records erscheint. Ich hatte im Vorfeld bereits Gelegenheit, mich mit Sänger Konstantinos Analytis über Veränderungen, Entwicklungen und Entscheidungen auszutauschen.

Drei Alben, drei Labels. Was hat euch dazu bewogen, für euer kommendes Album Fireflash zu wählen?

Leider war das nicht wirklich unsere Entscheidung. Into the Abyss wurde vom spanischen Label Memento Mori veröffentlicht, dem ersten Unternehmen, das uns wirklich unterstützt und echtes Interesse an der Band gezeigt hat. Für unser zweites Album suchten wir nach einem größeren Label und einem besseren Deal. Zu dieser Zeit war Transcending Obscurity ein Label, das Künstler wie Paul Speckmann und Master sowie Dave Ingram mit Echelon unter Vertrag nahm. Es schien der ideale Ort für uns zu sein, und tatsächlich hat es uns einen größeren Schub gegeben. Außerdem hatten wir mit Death Revival ein hervorragendes Album, das es zu promoten galt.
Mit The Reign glauben wir, dass ABYSSUS sich noch weiterentwickelt haben und dieses Album größere Unterstützung benötigt. Ein Label mit Marcus Wosgien im Hintergrund kann da nur die richtige Wahl sein. Es ist ein Unternehmen mit großartigen Veröffentlichungen von Bands wie HOLY MOSES, MYSTIC CIRCLE und MEZZROW.

Wie sieht es momentan personell bei ABYSSUS aus? Auf vielen Fotos seid ihr nur zu zweit zu sehen, und auch Metal Archives führt lediglich zwei Mitglieder. In der Band-Biografie des Labels werden dagegen fünf Musiker genannt. Was stimmt denn nun? Und wer war an den Aufnahmen zum neuen Album beteiligt?

Die Band hatte bis wenige Wochen vor unserem Studioaufenthalt, bei dem wir The Reign aufgenommen haben, ein stabiles Line-up. Dann waren es plötzlich nur noch Panos (Gkourmpaliotis – Gitarre) und ich, und wir mussten entscheiden, wie wir weitermachen wollten.
Mit der Hilfe einiger guter Freunde und großartiger Musiker wie Kostis Foukarakis (Rotting Christ), Fotis Benardo (Sakis Tolis, Nightfall, ehemals Septic Flesh) und Chris Zoukas (Sacral Rage) beschlossen wir, zunächst das Album fertigzustellen und uns anschließend nach neuen Mitgliedern umzusehen.
Natürlich haben wir eine Fotosession nur zu zweit gemacht, damit wir mit all den anstehenden Arbeiten vorankommen konnten. Mit der Zeit kamen neue Mitglieder zur Band hinzu – Constantine Jajas an der Leadgitarre, Manos Skoularakos am Bass und George Tsafos am Schlagzeug – und die Band macht nun mit voller Kraft weiter.
Wir hatten eine neue Fotosession, und die neuen Jungs sollten natürlich als gleichwertige Mitglieder der ABYSSUS-Familie präsentiert werden. Du hast mit Metal Archives recht; das war mein Fehler und muss umgehend korrigiert werden.

„Death Revival“ wurde 2022 veröffentlicht. Ein Jahr später habt ihr „Under Siege“ mit überwiegend Live-Songs herausgebracht. Wie kam es dazu?

Zum einen hatten wir während der Aufnahmen zu Death Revival noch einen Song übrig, „Siege of Drogheda“. Es war ein sehr guter Song, und wir waren der Meinung, dass er veröffentlicht werden musste. Gleichzeitig wollten wir auch ein Cover von GBH aufnehmen, einer Band, die wir wirklich lieben. Wir hatten darüber nachgedacht, eine 7-Inch-EP mit diesen beiden Songs zu veröffentlichen.
Zum anderen wollten wir auch einige Live-Aufnahmen herausbringen. Die Band ist für die Bühne gemacht, und die rohe Gewalt, die wir live entfesseln, musste irgendwie eingefangen und in irgendeiner Form veröffentlicht werden.
Leider ist es heutzutage fast sinnlos, ein Livealbum zu veröffentlichen, selbst wenn man eine Größe wie Iron Maiden ist. Es besitzt einfach nicht mehr dieselbe Aura wie früher – bei Alben wie Live After Death, Reunion, Live Shit, The Eagle Has Landed und so weiter.
Also beschlossen wir, all diese Ideen miteinander zu verbinden, und so entstand Under Siege.

Ich habe vom neuen Album bisher nur „The Meaning of Pain“ gehört. Aber es scheint, als hättest du deine Art zu singen ein wenig verändert – stellenweise klingt es aggressiver, auf eine Art, wie Dave Ingram (BENEDICTION) auf „The Dreams You Dread“ gesungen hat. Was hast du diesmal anders gemacht und warum? In der Vergangenheit hast du eher wie Chuck (DEATH) und John Tardy (OBITUARY) geklungen. Versuchst du jetzt stärker, deinen eigenen Stil zu finden? Wird es auf dem gesamten Album so klingen?

Das ist eine sehr gute Frage, und danke, dass du sie gestellt hast, denn sie gibt mir die Möglichkeit, ein paar Dinge klarzustellen.
Ich habe die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Klangfarben und Texturen zu singen. Meine Stimme bietet einiges an Vielfalt, und dadurch kann ich je nach Situation auswählen, was angemessener ist oder vollständiger klingt.
Bei The Reign hatten wir das Gefühl, dass ich meinen Gesangsansatz verändern und etwas ausprobieren sollte, das ich mit ABYSSUS bisher noch nicht gemacht hatte. Das Ergebnis ist das, was du bei „The Meaning of Pain“ hörst. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass dies der Gesangsstil sein wird, den ich bei zukünftigen Veröffentlichungen verwenden werde.

Wovon handelt „The Meaning of Pain“?

Eine sehr gute Frage – und eine gute Gelegenheit für mich, ein paar Dinge zu erläutern. Es ist ein Song über den Verlust von Menschen, die einem im Leben wichtig sind – Menschen, die entweder durch den Tod oder aus einem anderen Grund aus dem eigenen Leben verschwinden. Eltern, Freunde, Partner, Menschen, mit denen man sein Leben oder seine Arbeit geteilt hat.
Das sind Verluste, die Schmerz, Wut oder sogar ein Gefühl der Ungerechtigkeit hervorrufen können.

Wieder einmal hat Andreas Marschall das Artwork gestaltet. Hat er es nach euren Vorstellungen angefertigt, oder hat er euch einige seiner Arbeiten zur Auswahl vorgelegt? 


Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass Andreas Marschall der unkomplizierteste und kommunikativste Künstler ist, mit dem ich jemals gearbeitet habe. Er ist freundlich, kooperativ, schnell, zugänglich, intelligent, bodenständig und natürlich äußerst talentiert.
Falls du denkst, dass es da draußen viele Menschen gibt, die dir all diese Eigenschaften in irgendeiner sozialen oder beruflichen Interaktion bieten können, kann ich dir versichern: Das gibt es nicht. Deshalb ist er der, der er ist, und hat durch seine Arbeit eine Legende geschaffen.
Die Ideen für die Cover stammen von uns, ebenso wie die grundlegende farbliche Ausrichtung. Von da an macht der Mann einfach das, was er am besten kann – er erschafft etwas Großartiges.

Auf dem Album gibt es einen Song namens „The Path I Chose“. Geht es darin um deine Lebensentscheidungen oder ist es einfach Fiktion?

„The Path I Chose“ handelt von der Reise der Band und von den Menschen um uns herum, die uns helfen und unterstützen.
ABYSSUS ist ein lebender Organismus, ein Team, das sich trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten weiterentwickelt und wächst. Die Band bleibt ihrem Ziel und dem eingeschlagenen Weg gegenüber konsequent und ehrlich.

Was erhofft ihr euch als Band mit „The Reign“ zu erreichen?

Wir glauben, dass dies ein sehr gutes Album ist, und wir möchten, dass es so viele Menschen wie möglich erreicht. Außerdem hoffen wir, dass es uns mehr Möglichkeiten eröffnet, an mehr Orten und vor größeren Zuschauermengen zu spielen.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten!

Danke für dein Interesse und deine Unterstützung, Thorsten.
ABYSSUS - Destined To Die (official music video)