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Interviews

Gestern-Heute-Morgen: Lokhi von Wolfchant im Interview

(c) Alina Wurm

Gestern-Heute-Morgen: Lokhi von Wolfchant im Interview

Sie heulen seit über 20 Jahren mit den Wölfen: WOLFCHANT. Dabei haben die Bayern jedoch zahlreiche Höhen und Tiefen durchgemacht und auch immer wieder stilistische und personelle Änderungen vorgenommen. Mit ihrem achten regulären Studioalbum „Echoes Of A Time Once Past” verfolgen WOLFCHANT den auf „Omega:Bestia“ eingeschlagenen Weg weiter. Frontmann Lokhi stand uns Rede und Antwort.
 
  • Line Up

    Sertorius (Bass), Skaahl (Guitar), Lokhi (Vocals), Nortwin (Vocals), Seehb (Guitar), Ghust (Drums)

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Wir haben kein Problem damit, wenn jemand sagt, dass wir nach Schlager klingen.
Lokhi über Sauflieder...

Nachdem zwar auch „Omega:Bestia“ bereits in Eigenregie und im eigenen Studio aufgenommen wurde, wird „Echoes…“ nun auch über das eigene Label Southern Wolfcult Records veröffentlicht – in Zusammenarbeit mit Hamburg Records und mit dem Edel-Vertrieb. Weshalb habt ihr euch für diesen Weg entschieden und wie kam es zur Zusammenarbeit mit euren jetzigen Partnern?

Lokhi: Für uns bedeutet das eigene Studio und Label in erster Linie unbegrenzt Zeit und völlige Freiheit. Dass man hier auch viel Geld sparen kann, steht ebenfalls außer Frage. Es ist aber schon angenehm, wenn man seinen Zeitplan selber gestalten und dann auch ggf. anpassen kann.
Hamburg Records kennen wir schon sehr lange, da diese seit einigen Jahren unseren Shop betreiben und sie sehr professionell arbeiten. Oktober Promotion spricht für sich selbst, klar, dass wir die als Partner haben wollten. Da habe ich einfach mal angerufen und dann den Niels, den Chef, am Ohr gehabt. Wir haben uns gleich gut verstanden, und so kam dann diese Kooperation zustande.

Seit „Omega:Bestia“ sind fünf Jahre vergangen, allerdings habt ihr 2024 „A Pagan Storm“ neu eingespielt. Weshalb? Hattet ihr noch Verpflichtungen bei Reaper Entertainment?

Lokhi: Nein, das hatte damit nichts zu tun. Es gab immer wieder Anfragen von Fans nach dem Album, da es nicht mehr erhältlich ist. So kamen wir zusammen mit Reaper auf die Idee, die Scheibe nochmal neu aufzulegen und als kleines „Schmanckler“ alles nochmal neu aufzunehmen und als Doppel-Digi anzubieten. So haben die Fans einen schönen Anreiz, das Album zu erwerben, und können Alt und Neu vergleichen. Es hat viel Spaß gemacht die Songs aus 2007 nochmal einzuspielen und nur so viel wie nötig zu verändern. Es ist uns bewusst, dass „A Pagan Storm“ einen gewissen Kultstatus genießt und man mit viel Respekt an ein solches Projekt gehen muss.

Dann lass uns in die Gegenwart schauen: Weshalb wurde „Goddess of Fire“ als Single ausgekoppelt und wie seid ihr mit Celine Ryu, die in dem Video auftritt, in Kontakt gekommen?

Lokhi: „Goddess of Fire“ war der Song, der auch in unserem Bekanntenkreis mit am besten ankam. Wir fragen immer eine größere Gruppe an Freunden und Bekannten, wie Ihnen die Songs gefallen, und lassen die dann abstimmen. Das gibt immer ein gutes Gefühl, da es einen passenden Durchschnitt unserer Hörerschaft repräsentiert. Celina kannten wir über unseren Freundeskreis und haben sie dann direkt angesprochen. Wir sind sehr froh, dass sie mitgemacht hat, da ihre Performance das Video unglaublich aufgewertet hat.

Im Info zum Album wird gesagt, dass Stillstand euch anwidere und dass eure Musik einer steten Weiterentwicklung unterliege. An welchen Stellen des neuen Albums wird diese Weiterentwicklung denn am deutlichsten hörbar?

Lokhi: Wir finden, dass die Weiterentwicklung eigentlich in allen Songs spürbar ist: wie die Songs gestaltet und aufgebaut sind, die Einflüsse, die wir haben einfließen lassen, aber auch der technische Anspruch an den Instrumenten.

Ich hatte meinen letzten bewussten Kontakt mit WOLFCHANT bei der „Determined Damnation“ Scheibe (zu der wir sogar auch ein Interview im Magazin hatten). Wie würdest du denn die Entwicklung bzw. die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von damals und heute beschreiben?

Lokhi: Eine Gemeinsamkeit von damals ist sicher unser Bestreben, dass wir epische und eingängige Songs komponieren möchten. Dann hat auf der „Determined Damnation“ Nortwin seinen ersten Gastauftritt bei WOLFCHANT. Mittlerweile ist er seit 2010 festes Bandmitglied bei WOLFCHANT.
Hier kommen wir dann zu den Unterschieden von damals. Mit dem Klargesang von Nortwin und generell mit 2 Sängern haben sich für uns viele neue Wege aufgetan. Dann haben sich alle Bandmitglieder in den letzten 15 Jahren musikalisch und an den Instrumenten weiterentwickelt. Diese Erfahrung hat sich automatisch auf das Entstehen der Songs ausgewirkt und wir denken, dass alles viel professioneller wurde.

Der Albumtitel „Echoes From A Time Once Past“ lässt sich auch politisch lesen, da wir heute mit Entwicklungen und Herausforderungen konfrontiert sind, von denen wir glaubten, dass sie der Vergangenheit angehörten. Spielt der Titel darauf an?

Lokhi: Nein, das hat mit Politik nichts zu tun. Wir sind jetzt lange mit im Geschäft und haben in der Zeit viele Höhen und Tiefen erlebt. Das ist natürlich bei den meisten Bands so, aber wenn du dann selber auf einmal in dieser Lage bist, überdenkst du alles und versuchst, die Zeit noch einmal zu reflektieren. Mit dem Ansatz gingen wir ins Songwriting und an die Produktion. Der Albumtitel bezieht sich also auf uns selber und unser Schaffen der letzten Jahre.

Pagan Metal Bands kokettieren ja mit einer gewissen Dunkelheit und Aggressivität, andererseits wird auf Festivals bei Bands aus dem Genre (z. B. EQUILIBRIUM usw.) auch gerne in feuchtfröhlicher Stimmung geschunkelt. Hand aufs Herz: Wie viel Schlager steckt in der Musik von WOLFCHANT & Co.?

Lokhi: Es gibt ja verschiedene Strömungen bei Pagan Metal Bands und wir haben auf den ersten Alben auch immer ein „Trinklied“ mit am Start gehabt. Das fanden wir auch gut so, da wir auch als Personen gerne mal gefeiert und ein paar Bier getrunken haben. Aus „Never too Drunk“ haben wir vor ein paar Jahren eine Volksmusik-Version gemacht, die von mir auf bayrisch eingesungen wurde und die nach jedem Konzert als Abspann läuft. Das machen wir mit einem gewissen Augenzwinkern und wir haben kein Problem damit, wenn jemand sagt, dass wir nach Schlager klingen. Bewusst bauen wir sowas sicher nicht mit ein.

KI spielt eine immer größere Rolle – auch in der Musik. Bands wie GRAVE DIGGER wurden wegen ihres KI-Artworks ziemlich kritisiert. Wie ist denn das Cover für „Echoes…“ entstanden?

Lokhi: Das Design ist vom französischen Künstler Pierre-Alain Durand von 3 MMI-Design. Wir denken, er hat großartige Arbeit geleistet. In dem Cover wollten wir nicht nur die aktuellen Texte, sondern auch ein bisschen die Arbeit von WOLFCHANT der letzten 20 Jahre mit einfließen lassen. Es war uns wichtig, uns auch farblich von den Designs der letzten Alben abzuheben, um klar darzustellen, dass es sich hierbei um einen neuen, weiteren Abschnitt der Bandgeschichte von WOLFCHANT handelt.

Ihr spielt als Headliner auf dem diesjährigen HELMFEST. Was erwartet ihr von dem Gig und dem Festival?

Lokhi: Wir freuen uns schon sehr auf das Festival, da wir nur Gutes gehört haben. Wir erwarten viel Spaß zusammen mit dem Publikum und werden natürlich wie immer die bestmögliche Show spielen.
WOLFCHANT GODDESS OF FIRE
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