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Ritchie Blackmore tritt wieder mit Deep Purple auf

© earMUSIC, photocredit Michael Keel

Ritchie Blackmore tritt wieder mit Deep Purple auf

Kürzlich habe ich eine Kritik zur neuen Platte von Deep Purple geschrieben. Ich hatte einen Traum. Eine Reunion. Jetzt ist er Wirklichkeit geworden. Schneller als gedacht. 
 
Ich habe sie noch zusammen erlebt. Deep Purple, mit Ritchie Blackmore an der Gitarre. 1993, Deutschlandhalle, Berlin. Ich habe sogar noch das Tour-Shirt von damals. Ich ahnte nicht, dass ich gerade das Ende einer Ära sah.
 
Denn Blackmore und Purple, das war schon vorher eine bewegte Geschichte. 1975 der erste Ausstieg, die Gründung von Rainbow. 1984 die Rückkehr. Dann, nach dem Album "The Battle Rages On...", 1993 der endgültige Schlussstrich. Ich war bei einem der letzten Konzerte dabei, ohne es zu wissen. Danach zog sich Blackmore zurück, fand mit seiner Frau Candice Night im Folk-Rock-Projekt Blackmore's Night eine neue musikalische Heimat. Weit weg von Purple.
 
Seit diesem Abend 1993 trug ich einen Traum mit mir herum: dass sie irgendwann wieder zusammenfinden. Nur einmal. Nur für einen Moment. Sogar als Deep Purple vor zehn Jahren in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, fehlte Blackmore. Er sei bei der damaligen Besetzung nicht willkommen gewesen, hieß es. Eine Wunde, die offenblieb. Jetzt, mit 81 Jahren, nach gesundheitlichen Rückschlägen, hat er es getan. Am Jones Beach Theater auf Long Island. Er hat Sänger Ian Gillan gefragt, ob er "zum alten Zeiten willen" für einen Song dazukommen dürfe. Dann stand er da. Zum ersten Mal seit 1993 wieder auf einer Bühne mit Deep Purple - und spielte das Riff, das er selbst geschrieben hat: "Smoke on the Water".
 
Nach dem Song, ergriff Ian Gillan das Mikrofon. Er erzählte dem Publikum ganz beiläufig von einer Nachricht, die er ein paar Tage zuvor bekommen hatte. Von einem "Local Lad", der quasi um die Ecke wohne und fragte, ob er vorbeikommen und mitspielen dürfe. Und dann sagte Gillan es: Es sei ihm eine Ehre gewesen, das Gründungsmitglied, die große Legende, den unsterblichen Ritchie Blackmore wieder auf der Bühne zu haben.
 
Unsterblich. Genau das richtige Wort. 33 Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet. Jetzt, wenigstens für ein paar Minuten, ist er wahr geworden. Aber ich will ehrlich sein: Ein Song reicht mir nicht. Die Tür steht einen Spalt offen, ich hoffe ich auf mehr. Kann mich bitte jemand kneifen.