Ein Brief vom Gericht sorgt für besorgte Gesichter in der Detektei der 3 Senioren. Doch während Ash begeistert ist, überschlägt sich Doreen nicht gerade vor Vorfreude darüber, dass sie gemeinsam mit dem Praktikanten in Los Angeles als Geschworene bei Gericht auftauchen sollen. Zunächst scheint der Fall klar zu sein, doch der „Heartbreak“-Mord wirft mehr Fragen auf als zunächst gedacht.
Der des Mordes angeklagte Terence Fraser beteuert seine Unschuld und der junge Anwalt Nate Cordy soll ihm dabei helfen, dies vor Gericht zu beweisen. Die 3 Senioren stecken tiefer in dem Fall, als es zunächst den Anschein hat, denn Camryn und Fraser waren nicht nur miteinander verbandelt, sondern auch gemeinsam für die Mafia tätig. Eine brisante Kombination und so ist es wenig verwunderlich, dass sich auch das FBI für den Mordfall interessiert. Gemeinsam mit dem Agenten Walter Grant, der inoffiziell mit dem Fall befasst ist, versuchen Julian und Camryn Licht ins Dunkel einer reichlich verworrenen Angelegenheit zu bringen. Gleichzeitig sind Doreen und Ash damit beschäftigt, die Geschworenen vor vorschnellen Schlüssen zu bewahren. Doch die Anklage hat scheinbar belastende Beweise und kann zudem mit einer Zeugin aufwarten, die die Schuld des Angeklagten zweifelsfrei zu belegen scheint. Doch mal wieder liegt der Teufel in den kleinen Details und die 3 Senioren stolpern über verschiedene Ungereimtheiten. Ein Schmetterlingstattoo und ein verschwundenes Bild scheinen die Schlüssel zu diesem Fall zu sein. Walter Grant scheint richtig zu liegen, wenn er feststellt, dass der ganze Fall zum Himmel stinkt. Doch den Ermittlern bleibt nicht viel Zeit, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, denn Richterin Friedmann hat einen Termin für die Urteilsverkündung festgesetzt.
Aufmerksamen Hörern bleiben die Querverweise auf „Mord ist ihr Leben“ natürlich nicht verborgen. Doch abseits davon sorgt vor allem der Wechsel zwischen Gerichtssaal und Ermittlungen für eine ordentliche Portion Schwung. Während mir Camryns Verstrickungen in die Mafia-Unterwelt unnötig und übertrieben erscheinen, entwickelt sich „Die Schmetterlingsfrau“ doch insgesamt zu einer unterhaltsamen Detektivgeschichte. Den Mafia-Kontext hätte man hier vielleicht auch ohne Camryns Verstrickungen konstruieren können, auch wenn man sich dann eine Alternative für die Verbindung von Camryn und Fraser hätte ausdenken müssen. Das Ende im Gerichtssaal wirkt auf mich schließlich etwas abrupt.
Neben Produzent Christoph Piasecki, der hier den Anwalt Cordy spricht, überzeugt besonders Thomas Balou Martin als FBI-Agent. Der langjährige Karl-Vierstein-Sprecher Niki Nowotny leiht der Nebenrolle „Jimmy Wong“ seine Stimme und Herma Koehn glänzt als die schwerhörige Obermieterin der Detektive. Und während im Netz gefragt wurde, ob Lutz Mackensy kein Geld in der Rentenkasse habe, muss man sagen, dass die unverkennbare Stimme Mackensys perfekt zum schrulligen Julian Parks passt. Darüber hinaus darf man konstatieren, dass Mackensy in seiner Rolle immer mehr aufzugehen scheint und von Fall zu Fall immer überzeugender und organischer klingt.
Zwar gefällt mir „Das Gesicht des Todes“ letztlich noch eine Idee besser, doch auch „Die Schmetterlingsfrau“ kann in seiner Gesamtheit überzeugen, was vor allem an den tollen Sprechern und den zahlreichen kleinen Details und Episoden, die liebevoll ausgearbeitet wurden, liegt.