
After Infinity – Beyond Eternity
Für manche meiner Kollegen wird AFTER INFINITYs neues Album „Beyond Eternity“ in etwa dieselbe Attraktivität haben wie ein ausgedehnter Besuch beim Proktologen. Doch ich kann euch versichern, dass das Zweitwerk des Finnen Zsolt Szilagyi alles andere als für den Arsch ist.
Der Kaiser-Wilhelm-Bart-Träger Szilagyi ist seinem einst aus der Not geborenen Konzept treu geblieben und hat sich eine ganze Reihe illustrer Gäste eingeladen, um auf „Beyond Eternity“ zu singen. Den Anfang macht METAL DE FACTOs Aitor Arrastia, der „Crooked Carnival“ zu einem erstklassigen Melodic-Power-Metal-Opener macht. Musikalisch rangiert der Song irgendwo zwischen STRATOVARIUS, ORION’S REIGN und MAJESTICA und erinnert im Refrain sogar an VIRGIN STEELE. „Infinite Feeling“ kommt da eine ganze Ecke rockiger um die Ecke, was nicht nur an Nite Valos sanfter Stimmfarbe liegt, sondern auch am Refrain, der eine schöne AOR-Note hat. Ein gelungenes Duett von Valo und Leonard F. Guillan. Würden HELLOWEEN ihre Vorliebe für Pomp entdecken oder mal einen Song mit VIRGIN STEELE David DeFeis komponieren, könnte das Ergebnis in etwa wie „King With No Crown“ klingen.
Doch AFTER INFINITY können auch ruhig und gefühlvoll, wie „Maybe She’s Crying“ oder das verträumte „Whisper in the Air“ eindrucksvoll beweisen. DREAMTALEs Nitte Valo kommt beim rasanten „Eternal Resenment“ erneut zum Einsatz. Im kürzesten Song des Albums zeigt sich die Finnin von ihrer aggressiveren Seite. Ein starker Song in den Fußstapfen von DRAGONFORCE und RHAPSODY OF FIRE. Fans der Letztgenannten dürften sich auch an „Everlasting Mark“ erfreuen. Allerdings geht es in dem Song auch durchaus etwas aggressiver zur Sache, so dass man sich an Adrienne Cowan und SEVEN SPIRES bzw. LIGHT & SHADE erinnert fühlt.
Zsolt Szilagyi ist mit „Beyond Eternity“ ein starkes zweites Album gelungen, welches Bombast, kernige Gitarren und vor allem große Melodien vereint. Dabei präsentieren die neun Songs innerhalb der Grenzen des Melodic-Power-Metal einen erstaunlich hohen Grad an Abwechslung. AFTER INFINITY zeigen sich auf „Beyond Eternity“ erfreulich facettenreich, energiegeladen und im besten Sinne finnisch.
AFTER INFINITY - King with no Crown
