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Abyssus – The Reign

VÖ: 23. Oktober 2026  •   Label  Fireflash Records

Abyssus – The Reign

Des Kollegen Lisons liebstes Reiseziel (neben Bad Birnbach) ist vor allem für Bands der härteren Gangart bekannt. Doch während es zumeist düster und schwarz zur Sache geht, haben sich die griechischen ABYSSUS dem Death Metal à la OBITUARY, DEATH & Co. verschrieben. Dabei hat die Truppe um Frontmann Konstantinos Analytis immer auf Weiterentwicklung gesetzt. So auch auf ihrem dritten Album „The Reign“.

Die Grundparameter sind gleichgeblieben: malmende Riffs, donnernde Drums, eine gute Balance aus Geschwindigkeit und drückendem Mid-Tempo sowie ein ansehnliches Artwork aus der Feder von Altmeister Andreas Marschall (welches zugegebenermaßen an einigen Stellen an IN FLAMES´ „The Jester Race“ erinnert). Die größte Veränderung findet sich im Gesang. Während Analytis auf dem sehr guten Debüt „Into The Abyss“ noch als europäische Antwort auf John Tardy durchging, erinnert der Gesang auf „The Reign“ eher an Marc Grewe auf MORGOTHs „Odium“ oder bei „Power Of Expression“. Ein Fakt, der den Kollegen Evil Mike zu der Äußerung „nervig“ bewegte. Und tatsächlich ist der Gesang über die Spielzeit von fast 40 Minuten gewöhnungsbedürftig und letztlich der größte Schwachpunkt des Albums. Während Songs wie „Asphyxiation” oder „At Any Cost“ durch ihre brachiale Gewalt und ihre druckvollen Riffs überzeugen, wünscht man sich doch spätestens ab der zweiten Hälfte des Albums den alten Gesangsstil zurück.
„The Reign“ hält eine ganze Reihe schneller Songs vor und gerade in der zweiten Hälfte des Albums fühle ich mich auch in gewisser Weise an DISMEMBER erinnert, auch wenn ABYSSUS nicht besonders auf HM2-Sounds setzen. Am Ende wird mit dem gut siebenminütigen „Trapped in Purgatory“ nochmal den unvergessenen BOLT THROWER gehuldigt.
Mit „Out of Reach“, „The Meaning of Pain“, „Asphyxiation“, „At Any Cost“ usw. haben ABYSSUS auf „The Reign“ eine ganze Reihe gelungener Death-Metal-Songs an Bord. Im Labelinfo heißt es: „ABYSSUS entwickeln sich unermüdlich weiter, bleiben dabei ihren Wurzeln treu und erweitern gleichzeitig die Grenzen des Genres.“ Dem würde ich zustimmen. Bleibt nur die Frage, ob man sich hinsichtlich des Gesanges mit dieser Weiterentwicklung einen Gefallen getan hat. Ich denke nicht und würde mir wünschen, dass man sich auf dem nächsten Album wieder mehr in Richtung „Into The Abyss“ entwickelt. Somit bleibt „Into the Abyss“ für mich nach wie vor die Nummer Eins. Die hübsche Vinyl-Version von „The Reign“ habe ich mir dennoch bestellt…
Abyssus - The Meaning Of Pain
ABYSSUS - The Prophecy (official music video)