Zum Hauptinhalt springen

Aggressive Perfector – Come Creeping Fiends

VÖ: 27. März 2026  •   Label  DYING VICTIMS PRODUCTIONS
Während mich „Havoc At The Midnight Hour” vor sage und schreibe sieben Jahren (!) ziemlich schnell in seinen Bann gezogen hat, wollte „Come Creeping Fiends“ zunächst nicht so richtig zünden, weshalb die Rezension auch erst mit etwas Verspätung erscheint.

Fangen wir mal beim Artwork an. Da holte mich der Vorgänger mehr ab, auch wenn „Come Creeping Fiends“ entfernt an SLAYERs „Hell Awaits“ erinnert und Dying Victims zudem eine coole LP im passenden farbigen Vinyl im Angebot haben. Doch von diesem optischen Stolperstein abgesehen, hat sich bei den drei Briten wenig verändert. Stilistisch wird dieselbe räudige Mischung aus Punk, alten SLAYER und VENOM geboten. Und gerade bei den Gitarren schimmert die NWoBHM hörbar durch.
Und mittlerweile kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass „Come Creeping Fiends“ eine gewisse schmerzlindernde Wirkung entfaltet, wenn man das Album hört, während man Geschichtsarbeiten korrigieren muss. Während sich Bismarck, Bebel und Marx also im Grabe drehen, fräsen sich AGGRESSIVE PERFECTOR mehr und mehr in meine Trommelfelle und Songs wie das eröffnende „Dead Undead“ oder „Like a Beast“ setzen sich immer mehr fest. Ein frühes Highlight in Sachen Rotzigkeit trifft Eingängigkeit dürfte wohl das gelungene „Fiend in You“ darstellen. „Obscene Cult“ begeistert mit einem kultigen Groove und „Return of the Axe“ weckt den frühen, rohen Speed Metal der 80er zu neuem Leben. Mittlerweile kann man sagen, dass auch „Come Creeping Fiends“ ohne wirkliche Schwachstellen auskommt. Man muss dem Album nur ausreichend Zeit geben, um sich zu entfalten.
AGGRESSIVE PERFECTOR atmen Metal mit jeder Pore und scheren sich nicht um Trends und Verkaufszahlen. Dass DYING VICTIM für mich zu den besten deutschen Labels gehört (auch wenn nicht alle Releases meinen Geschmack treffen), hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt. Und auch für „Come Creeping Fiends“ hat das Label im eigenen Shop ein tolles und erschwingliches (!) Bundle geschnürt, welches neben der LP auch einen Download-Code und einige Gimmicks enthält. Hier macht Musikkaufen noch Spaß.

AGGRESSIVE PERFECTOR liefern sechs Jahre nach „Havoc At The Midnight Hour” endlich den passenden Nachfolger und bleiben sich auf „Come Creeping Fiends“ absolut treu, ohne jedoch lediglich eine bloße Kopie ihres bisherigen Schaffens zu präsentieren.
Aggressive Perfector - Dead Undead (Come Creeping Fiends 2026)
Aggressive Perfector - Fiend in You (Come Creeping Fiend 2026)