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Blessed Child – Kingdom of Storms

VÖ: 06. November 2026  •   Label  Eigenproduktion

Blessed Child – Kingdom of Storms

Macht man aus der 12 eine 11, dann erscheint „Kingdom of Storms“ genau auf den Tag zwei Jahre nach „Crossing The Pit“. Doch während alle bisherigen Artworks marode Fortbewegungsmittel zeigten, manövrieren die Braunschweiger ihr Luftschiff 2026 unbeschadet durch den Sturm. Und dass die Zeichen auf Sturm stehen, wird bereits beim titelgebenden Opener „Kingdom of Storms“ mehr als deutlich.

„Stein auf Stein, ein Monument der Macht.“ So ist es im Opener nachzuhören und fast erscheinen diese Worte mit Blick auf den nunmehr dritten Longplayer ein wenig autobiografisch. Frontmann Steve schreit seine Wut ungezügelt raus und die Instrumentalmannschaft unterstützt ihn mit der gewohnt kraftvollen Mischung aus Thrash und Death Metal (man höre sich mal die Riffs in „As I Lay Down To Die“ oder "Watered Down" an). Doch dass diese Kraftdemonstrationen nicht zwangsläufig ohne Melodien und Wiedererkennungsmerkmale auskommen müssen, wird bereits in „As I Lay Down To Die“ deutlich. „Mescalero Nights“ lebt nicht nur vom sehr eingängigen Chorus, sondern auch von der belebenden Mischung aus Geschwindigkeit und Midtempo. Die Gitarrenarbeit in dem Song verweist sowohl auf klassische Metal-Gefilde à la METAL CHURCH wie auch auf typischen Thrash und Death Metal. Eine gute Mischung.
Wer – so wie ich – mit der aktuellen TESTAMENT-Scheibe nichts anfangen kann, der wird sich über einen Song wie „Hells Half Acre“ freuen, denn hier regiert die Abrissbirne. In der aktuellen Single „Rats Of Sodom“ werden dann sogar mal einige klassische Bay-Area-Riffs durch die Boxen gedroschen und auch textlich holen BLESSED CHILD den Teppichklopfer raus und teilen ordentlich aus.
„The Tomahawk Rage“ klingt wie ein Begriff aus der Verhaltenspsychologie und auch wenn man nicht weiß, um wen es in dem Song geht, ist eins sicher: Keiner kommt da lebend raus. Den Abschluss bildet ein kraftvoller Stampfer, der mich an die Briten von XENTRIX erinnert.
BLESSED CHILD haben auf „Kingdom of Storms“ alles richtig gemacht. Stilistisch ist man sich absolut treu geblieben, hat die bewährten Trademarks aber noch weiter ausgearbeitet und verfeinert. Steves mitunter leicht schräger Gesang mag nicht jedermanns Sache sein, doch schon Marius Müller-Westernhagen wusste, dass Rock 'N' Roll nicht schön sein soll, sondern „geil und laut“. Und genau das bekommt man von BLESSED CHILD geboten. Thrash Metal, der einerseits oldschool klingt, aber doch auch modern, der brutal ausfällt und doch auch eingängig ist. Neben der musikalischen Performance stimmen auch Sound und Aufmachung. Markus Vesper hat für meinen Geschmack das bislang stärkste Cover für die Band erstellt – gut, dass es das Album auch auf Vinyl gibt.
Und so ende ich, wie ich begonnen habe: Mit einer Referenz an das titelgebende „Kingdom of Storms“: „Build to last forever, against all odds.“ Genau so klingt „Kingdom of Storms“. Klasse!

Jetzt müsst ihr euch nur noch den 6. November fett im Kalender markieren, denn da erscheint das Album und die Band begeht das mit einer fetten Release-Party im B58 in Braunschweig. Be there.

blessed child
Blessed Child - Rats Of Sodom
Blessed Child - Kingdom Of Storms
Blessed Child - As I Lie Down To Die