Eine vollbusige Tante Sam die mit dem Feuer spielt und eine rauchende, nach Westen gerichtete Kanone. Vor dem Hintergrund der derzeitigen US-amerikanischen Außenpolitik ist dies vielleicht kein so gelungenes Artwork, doch zum Glück geht es bei Cÿanide nicht um Politik, sondern um guten, alten 80er-Jahre Rock ‘N‘ Roll.
Ein Blick auf die Website der Amis reicht aus, um die musikalische Marschroute der Truppe zu erkennen, denn die Band tritt wahlweise auch als MÖTLEY CRÜE-, POISON- oder IRON MAIDEN-Coverband auf. Dabei kommt vor allem Frontmann Rob Hussey teilweise näher an den 80er-Jahre Vince Neil heran als der es heute selber schafft. Und mit der Power-Ballade „Never Let Me Go“, der MÖTLEY CRÜE-Hommage „Slip N Slide“ sowie „Get Up And Dance“ (kaum zu glauben, dass dies nicht die CRÜE ist) oder dem Hair-Metal-Hit „Sweet Little Trash” dürften Cÿanide die Herzen aller Hair Metal Jünger zum Hüpfen bringen.
In „As The World Burns” und „Social Media Disease“ wird der Härtegrad dann deutlich angezogen und die Band überschreitet die Grenze vom Hardrock zum Heavy Metal. Dass sie dies auch draufhaben, zeigt sich übrigens auch bereits im Opener „Fireball“, als sich Hussey teilweise in Rob Halford-Sphären hinaufschwingt. Am Ende gibt es mit „I Love You“ dann einen ruhigen und versöhnlichen Ausklang für ein abwechslungsreiches Album mit einigen hörenswerten Highlights.
Mir persönlich gefällt der MÖTLEY CRÜE-Mittelteil des Albums am besten, aber wirklich schlecht ist keiner der Songs, bei denen man einerseits die Vorliebe für bestimmte Bands, andererseits aber auch das Herzblut der Musiker hören kann.
Mit „21 Gun Salute“ liefern Cÿanide den Soundtrack für eine nostalgische Reise zurück in eine Zeit, die vielen von uns heute als „gute alte Zeit“ in Erinnerung ist. Und sicherlich war nicht alles besser, doch musikalisch waren die 80er sicherlich in vielerlei Hinsicht besonders – ja, vielleicht sogar besonders gut. Cÿanide lassen diese Zeit für einen kurzen Moment wieder aufleben. „For those about to rock… we salute you!“ In diesem Fall sogar mit 21 Böllerschüssen…