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Gluecifer - Same Drug New High

VÖ: 16. Januar 2026   •   Label  Steamhammer
Gut 20 Jahre nach der Auflösung, bewegen GLUECIFER ihren Allerwertesten wieder Richtung Rockthron.

Der Titel lässt vermuten, dass die Norweger (ja, sie sind keine Schweden) ihrem Sound treu geblieben sind. Es ist ja so, dass eine Droge nach einer längeren Zeit der Abstinenz wieder intensiver wirkt. Mal sehen, wie stark das Album knallt.
Live sind die Jungs ja schon seit 2018 wieder unterwegs und konnten mich überzeugen. Wie bei den Buddys von den HELLACOPTERS kommt nach den Reunion-Touren und Festivals nun also ein neues Album. Das ist nicht ganz ohne Risiko, kann aber absolut gelingen, wie THE HELLACOPTERS mit ´Eyes Of Oblivion´ eindrucksvoll bewiesen haben. Vorweg muss ich sagen, dass die Latte bei einem GLUECIFER Release bei mir sehr hoch hängt.
Gleich zu Beginn drücken GLUECIFER aufs Tempo und starten vielversprechend in die Scheibe. Nicht ist mit Ponyhof, hier wird weiterhin der Tiger geritten. Leider steigt die Band beim Titeltrack von der Raubkatze ab. Ich mag die überverzerrten Gitarren nicht und auch die Effekte auf den Drums in der Mitte des Songs bringen ihn nicht voran. Vom Songwritierschen her geht der Track OK, was Groove oder Hooklines angeht hat das Album aber Besseres zu bieten. Das zeigt sich gleich bei dem wieder flotteren ´Armadas´, ein sehr guter Track, der wie auch ´1996´ zeigt, dass GLUECIFER nicht hüftsteif geworden sind. Das Besondere an den Norwegern war immer, dass sie unabhängig vom Tempo immer unglaublich cool klangen. Deshalb war es auch immer völlig OK, dass sie sich großmäulig selbst als „Kings Of Rock“ bezeichnet haben. Diesen Coolness-Faktor erreichen sie auf ´Same Drug New High´ nicht ganz, aber Tracks wie ´Mind Control´ kratzen mächtig dran. So plätschert ´Pharmacity´ an mir vorbei und die etwas höhere Stimmlage von Biff ist nicht so überzeugend wie seine sonstige Leistung. Insbesondere auf den letzten Alben hatten GLUECIFER auch immer wieder düstere Elemente in ihrem Sound. Die haben sie sich erfreulicherweise bewahrt. Das ist auch der Moment, um Bassist Peter zu würdigen, der den ihm gelassenen Platz im Sound hervorragend nutzt und maßgeblich zur stellenweisen dunklen Atmosphäre beiträgt. Der Anfang von ´Made In The Morning´ ist so simpel wie gelungen. Das gilt auch für den Beginn des Rausschmeißers, leider baut der zum Ende ziemlich ab. Da hätten sich die Jungs die Keyboards und die nervigen, an das totgedudelte ´Sympathy For The Devil´ erinnernden, „Huu Huu“s schenken sollen.

Der Rockthron ist nicht mehr ganz so straff bezogen, sondern hat die eine oder andere Sitzkuhle bekommen. Unterm Strich bleibt ein gelungenes Comeback Album, das sich seine Auszeiten nimmt, aber auch Songs bietet, die so wohl nur GLUECIFER schreiben und performen können.
Gluecifer - The Idiot (Official Music Video)
 
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