Zum Hauptinhalt springen

In This Moment - Witch

VÖ: 28. August 2026  •   Label  Better Noise Music

In This Moment - Witch

In This Moment ist eine preisausgezeichnete Band, die seit 2005 aktiv ist. 2026 will sie mit dem neuen Album Witch verzaubern. 
 Als das Bemusterungsmaterial im Redaktionspostkasten landete, zögerte ich - ohne Wirkung des Hexenzaubers - nicht lange, das Review zu übernehmen. In This Moment fand ich besonders mit den ersten drei Alben Beautiful Tragedy, The Dream und A Star-Crossed Wasteland ausgesprochen gut, der Klargesang Maria Brinks im Wechsel mit ihren Growls/Shouts/schneiden Screams, der hohen Melodiosität der Songs. Im Zusammenhang mit diesem Review hörte ich nochmal die Lieder Forever, The Promise, The Gun Show und Beautiful Tragedy. 
Ich kann nicht sagen, warum das Interesse an In This Moment schwand. Eher beiläufig nahm ich Konzertaufzeichnungen wahr, bei der Maria Brink und die Band eher voll maskiert agierten. Die Musik dabei holte mich nicht hinterm Ofen hervor. So steht dieses Review unter der Fragestellung, ob mich In This Moment von heute (noch oder wieder) begeistern würden. 
Maria Brink soll erstmal die Stimme bekommen: "Witch ist mein Bekenntnis zur inneren Transformation. Es geht darum, die Dualität in uns anzunehmen – Schmerz, Verfolgung und Kampf zu ertragen – und sie in Stärke und Kraft zu verwandeln. Das Album spiegelt sowohl uralte Prüfungen als auch meine eigene Reise wider – wo ‚Hexe‘ zu sein bedeutet, Schöpferin zu sein, verbunden mit dem Universum, und meine eigene Realität zu manifestieren."
Ich bin sehr gespalten zum Album: Was mich massiv nervt, ist, dass Maria Brinks Stimme fast ausnahmslos moduliert wurde. Fast kein Ton ging "natürlich" ins Mikro, den Verstärker, ins Mischpult. Und ich meine mit moduliert nicht Hall oder Echo. Shame ist ein Beispiel, dominant ist ihre sehr verzerrte Stimme. Leider nur beiläufig ist ihre klare Stimme während des Refrains zu vernehmen. Ferner sind die beiden Cover, einerseits Another Brick In The Wall [Pink Floyd], andererseits Wrapped Around Your Finger [The Police] im vorgetragenen In This Moment Gewand für mich beinahe würdelos. Man hätte sie zweifelos in einen Alternative Sound transformieren können, ohne ihren Charme zu rauben. Gerade bei Wrapped Around Your Finger ist zuviel Effekt drauf. Eine sehr schöne Interpretation lieferte Rufus Wainwright 2011 auf Stings 60. Geburtstagskonzert (dafür zerstörte ein gewisser Bruce Springsteen Hung My Head). 
Ebenso nervig finde ich das sehr nach DAW/Plug-in daherkommende Drumming. Das verstärkt den Eindruck der Überproduktion. 

Es gibt ein paar kleine und feine Lichtblicke. Trotz Stimmeffekte gefällt mir das sehr zurückgenommene Something I Can Never Have, auch Without Me There's No You (vor allen Dingen in der zweiten Hälfte). Auch Father ist erstmal eine gute Komposition (abgesehen von Stimmeffekten und dem Drumsound). Mich überzeugen eher die ruhigeren Nummern von Witch. Als Humoreske bleibt beim Lied Heretic die Duettperson Kim Dracula mit einer Jonathan Davis (Korn Frontman) Impression im Zeitfenster 2:10 - 2:14 min in Erinnerung.

Fazit: Im Vergleich mit dem alten Material fehlt mir 2026 die Ursprünglichkeit der Stimme Maria Brinks sowie auch die leichtfüßige Poppigkeit gepaart mit stilvoll eingesetzer Härte der Arrangements. Mich ziehen die neuen Nummern überwiegend nicht in Maria Brinks eigene Realität und Universum. Mir gefallen die frühen Songs und der Bandsound besser. Die weitere Reise der Band werde ich aktiv nicht begleiten. Für mich ist zuviel Zauber/Show auf dem neuen Material. 

 




   

  
In This Moment - Crawl