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Kreator - Krusher Of The World

VÖ: 16. Januar 2026   •   Label  Nuclear Blast Records
Autor Bild
von Oliver Stein
12. Januar 2026

Das ist es also.
Das lange und mit Spannung erwartete 16. Studioalbum der Thrash-Metal-Götter von "Kreator".
Auch nach fast 40. Jahren in Amt und Würden, sind die Essener Metal-Veteranen um Mille Petrozza kein bisschen leiser.

Ich nähere mich dem Album voller Respekt und Ehrfurcht, wie bei der Verkostung eines 10-Gänge-Gustation Menüs.
Seit meiner Jugend sind "Coma Of Souls" und "Pleasure To Kill" zwei meiner absoluten Lieblingsscheiben.
Werden mich die Thrash-Kapelle aus dem Ruhrpott nach "Hate Über Alles" erneut überraschen können?
Generell finde ich es grundsätzlich ja schwierig, einen Vergleich zu anderen Veröffentlichungen zu ziehen, so ergeht es mir auch bei "Krusher Of The World", denn bisher hatte jedes Metal-Menü von Kreator Songs, die mir gut und weniger gut geschmeckt haben.

Was mir gleich beim ersten Durchhören auffällt, ist dass wieder ein wenig mehr Old-School Trashmetal-Passagen vorkommen.
Zeitgleich ist die außerordentlich präzise und saubere Produktionsarbeit von Jens Borgren ( u.a.Amon Amarth - Twillight Of The Thundergod / Dimmu Borgir - In Sorte Diaboli / Paradise Lost - The Plague Within)  wahrzunehmen.
Jeder Track ist eine eigene kleine Stadion-Hymne für sich.
Satte Gitarren, voluminöse Soundteppiche, wuchtige und treibende Rhythmen sowie klangvolle Melodien, die zum Headbangen und Mitsingen einladen.
In vielen Bereichen erinnert mich die Scheibe aber eben nicht an Thrashmetal, sondern eher an Melodic-Powermetal à la Hammerfall oder den alten Helloween.
Gerade wenn ich mir die vielen, pfeilschnellen und harmonischen Gitarrensoli von Sami genauer anhöre, bekomme ich das Gefühl, "Stratovarius zu lauschen.

Mit "Seven Serpents" gelingt ein fantastischer Opener mit einem gelungenen, wunderbaren Halftime-Break, um direkt im Anschluss die Nackenmuskeln wieder auf die Probe zu stellen; zum Ende des Songs wird aber genau die von mir angesprochene Powermetal-Facette hörbar.
Weiter geht es mit dem durchaus trashigeren und galoppierenden Titel "Satanic Anarchy", bei dem sich der Refrain großartig mitgröhlen lässt.
Der Titelsong "Krushers Of The World" ist dumpf, stapfend, dynamisch und treibend.
Auch hier lässt sich der Refrain wieder mitsingen und erhebt sich zur wahren Hymne, bei der die Pommesgabel gen Himmel gereckt werden darf.
"Tränenpalast" ist dann tatsächlich eine Überraschung für mich, weil die großartige Britta Görtz (Frontfrau Hiraes) so bombastisch im Duett abliefert, dass mir ein wohliger Kälteschauer über den Rücken läuft und mich an den gluttoralen Gesang von Angela Gossow (ehemals Arch Enemy) erinnert. Der Track ist eine sehr professionelle Mischung aus Trash und Speedmetal, den ich immer wieder gut hören kann.
Darauf folgen "Barbarian", "Blood Of Our Blood" und "Combatants". Allesamt trashlastiger, aber der Sound wirkt gelegentlich künstlich ins Extremere überzüchtet und mir für echten Trash zu clean. 
Mich persönlich langweilt die Scheibe an diesem Punkt ein wenig und sie wird auch bei mehrmaligem Hören nicht spannender.
Mit "Psychotic Imperator" und "Deathscream" folgen dann wieder zwei Songs, die mich ein wenig aus dem zuvor eingesetzten Winterschlaf reißen und ähnlich wie Machine Head in den 90ern Ärsche treten.
Wie so oft kommt das Beste zum Schluss, denn mit "Loyal To The Grave" gelingt Kreator eine wirklich meisterhaft komponierte Thrash-Metal-Oper und ein großartiges Finishing.

Abschließend lässt sich für mich sagen, dass das Album alles hat, was ein solides Hörwerk benötigt.
Eine umfangreiche Klangdynamik, atemberaubende Temposoli, eine durchweg sehr gute Produktion, gespickt mit einigen Nackenbrechern und pathetisch klingenden Hymnen.
Trotz einiger kleiner Schwächen möchte ich jedem Fan von Kreator und Metal-Liebhabern das Album ans Herz legen. 


Tränenpalast feat. Britta Görtz (Hiraes) - Official Video
 
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