
Lion’s Share – Inferno/Dark Hours (Re-Release)
17 Jahre mussten die Fans auf ein neues Album der schwedischen LION’S SHARE warten. In der Zwischenzeit hat man versucht, die Anhänger mit einer EP und zahlreichen Singles bei der Stange zu halten.
Eine Reihe dieser seit 2019 veröffentlichten Singles (z. B. „Chain Child“, „Pentagram“, „We Will Rock“) haben nun ihren Weg auf das Album „Inferno“ geschafft. Nun gibt es die geballte Ladung also auf einem Album. Federführend waren einmal mehr Bandkopf Lars Chriss sowie dessen langjähriger Partner am Mikrofon Nils Patrik Johansson. Dessen Timbre und Stimme entsprechend ist das Material deutlich rockiger ausgefallen als in den Anfangstagen der Band, als noch Andy Engberg (SORCERER) am Mikro stand. Wo man früher Parallelen zu CANDLEMASS oder SORCERER ziehen konnte, erinnern viele der aktuellen Songs eher an DIO oder RAINBOW, aber stellenweise auch an Teutonen-Stahl á la GRAVE DIGGER. Ein Songtitel wie „We Will Rock“ beschreibt die stilistische Ausrichtung der Schweden daher ziemlich gut. Doch die Vorliebe für doomige Sachen schimmert hier und da noch durch und „Run for your life“ könnte auch auf „Two“ oder „Fall From Grace“ sein.
Mit „Inferno“ knüpfen LION’S SHARE dort an, wo sie 2009 mit „Dark Hours“ aufgehört haben, präsentieren sich teilweise jedoch noch rockiger. Zur Freude der Fans gibt es das Album nun nicht nur digital od
er als CD, sondern auch in unterschiedlichen Vinyl-Versionen.Lars hatte schon lange daran gearbeitet, dass der LION’S SHARE Back-Katalog wieder zugänglich gemacht wird. Vieles ist mittlerweile digital (z. B. über die Bandcamp-Seite der Band) verfügbar. Der Plan, das Frühwerk auch als physische Varianten wieder auf den Markt zu bringen, hat bislang nicht geklappt. Umso erfreulicher, dass Metalville nun das 2009er Album „Dark Hours“ auf CD und Vinyl wiederveröffentlichen.
Musikalisch bieten Lars Chriss und Nils Patrick Johansson genau den Stil, den man von LION’S SHARE erwartet. Im Vergleich zum aktuellen Werk „Inferno“ finde ich die Songs noch eher im doomigen Power Metal-Bereich verwurzelt. Das neue Werk zeigt meiner Meinung nach deutlich rockigere Spuren. Dennoch ist der Schritt von „Dark Hours“ zu „Inferno“ nicht so riesig, dass er für Fans nicht nachvollziehbar wäre. Und immerhin liegen ja auch 17 Jahre zwischen den Alben. Mir gefallen das höhere Tempo und der metallischere Stil auf „Dark Hours“ im direkten Vergleich zu „Inferno“ etwas besser.
2026 bietet für LION’S SHARE-Fans gleich zwei ausgesprochene Leckerbissen. Abgesehen davon, dass ich die Band nach wie vor besonders auf ihren 90er-Jahre-Alben liebe, wissen sowohl „Inferno“ als insbesondere auch das neuaufgelegte „Dark Hours“ zu gefallen.
