Das Quartett Means To Collapse bleibt dem zweijährigen Rhythmus mit Veröffentlichungen treu: 2022 das Album Shattered Sun, 2024 die EP The Prophet und heuer die EP Darkened Mind. Bislang waren ihre Produktionen immer sehr gut angekommen. Ob sie auch hier die Serie fortsetzen können, wird sich durch das Review erschließen.
Zwischen der letzten EP und der aktuellen erfolgte wieder ein Besetzungswechsel. Wieder hinter der Schießbude. Daniel Horney war vom ehem. Oomph!-Tourdrummer Martin Bode abgelöst worden. Und dieser wurde in der Zwischenzeit durch Philipp Reßlhuber abgelöst.
Parallel zur EP habe ich - mit gleichem VÖ-Datum - noch Lamb Of God auf den Ohren mit ihrem zehnten Studioalbum. Durchaus genregleiche Protagonisten. Und ich muss eingestehen, dass mich die vier Songs Means To Collapses mehr viel mehr abholen als das gesamte Album von LOG - womit über LOG kein Stab gebrochen ist, da es ein gutes Album geworden ist. Dazu an anderer Stelle mehr. Bei Means To Collapse fühlte ich mich sofort durch den einsetzenden Groove des Openers The Fire I Cease erfasst und gehalten bis zum Ende der EP. Dessen Bridge erlaubt ein bisschen Pause, wenn Sänger David Lotze rezitativ in den Schlusspart einleitet. Auch die im Tenor gesungenen The Fire I Cease Parts sind sehr gut platziert. In der Chronologie überspringe ich Titel Nr. 2 (Scars) aus Gründen.
Darkened Mind und Unknown Fear sind ebenso hervorragende Lieder, Unknown Fear started unverzerrt mit tiefgestimmter Gitarre mit leichter Machine Head Note. Super finde ich die Komposition des
Darkened Mind und Unknown Fear sind ebenso hervorragende Lieder, Unknown Fear started unverzerrt mit tiefgestimmter Gitarre mit leichter Machine Head Note. Super finde ich die Komposition des
Refrains, der mich sehr an Sentenced erinnert, ohne zu kopieren. Im weiteren Verlauf des Songs erscheint erweist sich eine zurückgenomme Bridge als Übergang zum Gitarrensolo. Mit der Wiederholung des Refrains findet der Track seinen Ausklang.
Nun zu Scars, der Singleauskopplung. Es ist eine wahre musikalische Abrissbirne. Subjektiv blieb bei mir bei der ersten Abhöre eine Sache hängen: Nämlich, dass sich in den Strophen die Doublebassdrum mit den Hänge- und Standtoms akustisch überschlägt. Diesen Endruck konnte ich später nie wieder ablegen. Wie brüllt David Lotze am Ende so schön in der Muttersprache? Ich bin frei - für alle Zeit. Ich kann mich leider nicht frei von dem erstmaligen Eindruck machen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt an der sehr guten EP. Und hatte ich im Rahmen der EP The Prophet den Drumsound kritisiert (zuviel Hall, zu schrill), so ist Darkenend Mind in dieser Sache frei von Mangel. Die einzelnen Instrumente - auch die Bassgitarre - sind im Mix sehr deutlich wahrnehmbar. Lob an Produzent und Mixer!
Auf dem Groove-Metal-Äquator Bielefeld (Horseman) - Gronau/Leine (Source Of Rage) - Braunschweig (Means To Collapse) haben letztere ihre Stellung ausgebaut und deutlich unter Beweis gestellt, dass sie - wie die anderen erwähnten nationalen Genre-Vertreter - international absolut wettbewerbsfähig wären - wenn sie nur bloß bekannter wären. Sehr empfehlenswerte Band und EP! Weiter so!