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Meridian – Meridian

VÖ: 19. September 2025   •   Label  From The Vaults

Keine Angst, hier handelt es sich nicht um eine Rezension der versehentlich falsch geschriebenen neuesten Ausgabe eines Merian Heftes über Süddänemark. Das stolz selbstbetitelte neue Album der Dänen MERIDIAN dürfte sich auch deutlich besser verkaufen als die traditionellen Reisemagazine ähnlichen Namens.

Und wer bei der Single „Crown The King Of Violence” verwundert in sich hineingehört und sich gefragt hat, wie einem diese Band in den vergangenen zehn Jahren durch die Lappen gegangen sein kann, dem sei gesagt, dass „Meridian“ für die Band einen musikalischen Relaunch allererster Güte darstellt. Ich habe verwundert festgestellt, dass ich zumindest den aus 2019 stammenden Vorgänger „The Fourth Dimension“ im Regal stehen habe. Auf dieser Scheibe drehen die Dänen ihre Runden in deutlich rockigerem Tempo und kombinieren eher AOR und proggigen Melodic Metal miteinander. Damals hatte noch Lars Märker für die Vocals gesorgt. Dieser hat das Mikro nun an Søren Adamsen weitergegeben, der in der Vergangenheit nicht nur bei u. a. FIREFORCE gesungen hat, sondern mit ARTILLERY Übersongs wie „Dark Days“ aufgenommen hat. Mit dem Wechsel am Mikro ging auch eine musikalische Neuausrichtung einher und der Fünfer wagt einen Spagat zwischen melodiösem Hard Rock und Thrash Metal, wobei sich die Songs dann meist stilistisch im Bereich METAL CHURCH, SWORD oder VICIOUS RUMORS einpendeln. „Taking Power“ ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Melodie und kantige Riffs perfekt verbinden kann. Das eröffnende „Uprising“ hingegen zeigt gleich zu Beginn des Albums, dass MERIDIAN es ernst meinen und dem deutlich zahmeren Hard Rock der Vergangenheit den Rücken zugewandt haben. „Last Words Of A Dying Man“ drückt mit Double Bass und messerscharfen Riffs durch die Boxen, während „Swinging The Chain“ deutlich mehr Rock enthält. Und vor allem „The Way Back“ klingt nach einem Zugeständnis an alte Fans und erinnert in der Strophe gesanglich sogar an „Shot In The Dark“ von OZZY. In „Mask of Anger“ klingen dann die progressiven Vorlieben der Band nochmal durch. Doch so bleibt „Meridian“ über die gesamte Spielzeit interessant und abwechslungsreich. Auch die Produktion ist deutlich bissiger ausgefallen als auf dem Vorgänger.  

Søren Adamsen gibt hier einen Einstand von Format und MERIDIAN haben die Zeit seit „The Fourth Dimension“ bestens genutzt, um sich stilistisch neu aufzustellen. Es hat sich gelohnt, dass sie diesen Schritt gegangen sind, und „Meridian“ klingt zwar weder nach ACCEPT noch nach IRON MAIDEN, wie im Bandinfo suggeriert, dafür verweist es die aktuellen Scheiben von METAL CHURCH und VICIOUS RUMORS problemlos auf die Plätze. MERIDIAN gelingt ein starker Neubeginn mit einer bärenstarken Scheibe, die tatsächlich keinerlei Füllmaterial enthält. Schade, dass dieses Kraftpaket nicht auch ein ansprechenderes Äußeres bekommen hat, damit die Fans das Album nicht übersehen.

MERIDIAN - Meridian (streaming video)
 
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