"Rising Sun, Setting Sun" von MINTZKOV ist wieder einmal ein solches Album, das zum Eintritt in andere Sphären einlädt. Wie so oft offenbart sich ein derart magischer Musikgenuss jedoch nur denjenigen, die sich auch drauf einlassen können.
Definitiv ist Mintzkov keine Knüppel-Musik, die man in den Player legt, um sich schnell und effektiv abzureagieren. Nein, die musikalische Darbietung der Antwerpener verlangt wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Sie fordert den Hörer geradezu dazu auf, sich zwischen und inmitten der Instrumente und den Textbildern zu verlieren bzw. sich wiederzufinden, sich auf die Suche nach verschiedenen musikalischen Ebenen zu machen. Aber womit schafft Mintzkov es, dieses Bedürfnis zu provozieren? Ich denke, die Harmonie erzeugende Stimme von Sänger Philip Bosschaerts leistet einen wesentlichen Beitrag zur Emotionalität ("The 25th Hour"). In Teilen erinnert sie mich an Michale Stipe von REM. Hinzu kommt der punktgenaue Einsatz des Keyboards, der die melodiöse Überleitung zur Traumwelt wesentlich miterzeugt ("Author of the play"). Das Ganze wird von einem dramaturgischen Gitarren- und Basssound unterstrichen.
Mintzkov sind keine Neuerscheinung. Nein, ganz im Gegenteil. Mit der aktuellen Scheibe bringen sie ihr drittes Studioalbum auf den Markt. "Rising Sun, Setting Sun" ist sowohl textlich als auch musikalisch ein sehr tiefgehendes Album, das gefühlt, verstanden und gelebt werden möchte. Mintzokov bieten eine unwahrscheinlich sphärische, fesselnde und auch irgendwie magische Klangwelt, wenn man den Zugang zu ihr findet. Bleibt der sphärische Eintritt verborgen, bekommt der Hörer melancholischen Pop/Rock mit Intellektualität geboten.