Die Norweger MISERATE wollen die Geister alter Peaceville-Bands heraufbeschwören und wiederbeleben. Dazu bedienen sie sich zentnerschwerer Riffs, herzzerreißender Melancholie und verzweifelter Heavyness.
Gegründet in Hamar und verstärkt durch Mitglieder aus Bergen, Oslo und Kristiansand, fangen die Norweger die Dunkelheit und Kälte ihrer norwegischen Heimat in vier Songs ein. Das Resultat lässt sich auf „Weaver of Witchery“, dem Nachfolger ihrer Debüt-EP „A Ritual of Doom“ (2024), nachhören.
Die vier Songs walzen schwermütig durch die Boxen und Kenneth O. Grimelid shouted in bester Nick-Holmes-Manier. So manövrieren sich MISERATE von alten PARADISE LOST über TIAMAT zu frühen ANATHEMA. Dabei sollte man nicht zu viel Innovation erwarten, denn im Gegensatz zu ihren Vorbildern streben MISERATE wohl nicht nach neuen Ufern, sondern sie steuern ganz bewusst in den Nebel der Vergangenheit mit dem Ziel „Frühe 90er“. „Weaver Of Witchery“ ist definitiv Musik für gewisse Stunden und nicht unbedingt für den Alltagsgebrauch bestimmt. Insofern wäre der Februar vielleicht auch das passendere Veröffentlichungsdatum gewesen. Dennoch wissen MISERATE auch Ende März/Anfang April zu gefallen.
Hervorzuheben ist das absolut passende wie gelungene Artwork von Jan Gunnar Nygård, welches die Anschaffung der Vinyl-Version der EP auf jeden Fall nahelegt. Musikalisch liefern MISERATE gefälligen Death-Doom mit hohem Nostalgie-Faktor. Nicht mehr und auch nicht weniger. Mir gefällt es.