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Robin Beck – Living Proof

VÖ: 15. Mai 2026  •   Label  Frontiers Records, Frontiers Music

Robin Beck – Living Proof

Zehn Jahre lagen zwischen dem Debüt „Sweet Talk“ und „Trouble Or Nothin‘“, welches die New Yorkerin mit „First Time“ in den Olymp des harten Rock katapultierte. Zwischen ROBIN BECKs letztem Album „Love is coming“ und „Living Proof” liegen „nur“ neun Jahre, doch dafür zeigt die Frau mit der außergewöhnlichen Stimme, dass sie anno 2026 musikalisch keine Kompromisse eingeht.

Sie selbst beschreibt ihr elftes Studioalbum als „Portrait ihres Lebens“ und dies kauft man ihr auch ab. Unterstützung gab es einmal mehr u. a. von ihrem Ehemann James Christian. Doch im Gegensatz zu Alben wie „Livin‘ On A Dream“ oder „The Great Escape“ lässt sich „Living Proof“ deutlich weniger einfach in die AOR/Hardrock-Schublade stecken. Vielmehr findet man auf dem Album eine Mischung aus rockigen Tönen und Singer-Songwriter-Arrangements und sogar Verweise auf amerikanischen Female-Country der Marke JOE DEE MESSINA, SARA EVANS & Co. Ähnlich wie bei LEE AARON hört sich auch „Living Proof“ an, als wäre ROBIN BECK angekommen. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen die Powerfrau irgendjemandem etwas beweisen muss. Dementsprechend klingen die zehn Songs nicht hochpoliert und auch nicht nach 80er-Revival. Und dennoch klingen die Songs natürlich nach 80ern, wenn BECK mit rauchiger Stimme in der Ballade „Never Gonna Let You Go“ für Gänsehaut sorgt und an Größen wie BONNIE TYLER oder HEART erinnert. Der für mich eingängigste Song ist der Hardrocker „Trouble Or Nothing“, der sich unaufhaltsam zum Ohrwurm des Albums mausert. Und dass ein Song eben auch einfach „Na Na Na“ heißen kann und trotzdem funktioniert, ist sicherlich eine Einsicht aus den 80er Jahren. „Voodoo“ verbindet funkige Sounds mit „Beverly Hills Cops“-Vibe, während „What A Night” eher auf einer Kuschelrock-CD zu finden wäre. „Love and Money“ ist ein Groover in bester HUEY LEWIS & THE NEWS meets VIXEN – Manier.
Auf „Living Proof” zündet nicht jeder Song beim ersten Hören und man muss sich das Album ein wenig erarbeiten. Dabei enthält die Scheibe eigentlich keine schwere Kost. Der rote Faden des Albums ist aber die unverwechselbare Stimme der Protagonistin ROBIN BECK, die sich von verschiedenen Seiten zeigt und einmal mehr beweist, dass sie von bluesigen Rockern über eindrucksvolle AOR-Nummern bis hin zu verträumten Balladen alles kann und immer abliefert. Eine große Stimme bleibt eine große Stimme und ROBIN BECK mag 2026 von vielen Hitparaden-Hörern des Jahres 1989 längst vergessen worden sein. Wer jedoch auf authentischen Rock mit Herzblut steht, der bleibt ROBIN BECK auch auf „Living Proof“ treu.
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