
Sinner - Boom Bang Goodbye
Hardrock ist bekanntlich ein Genre, was ich eher als Randnotiz wahrnehmen würde. Dennoch gibt es doch ein paar Bands aus dem Genre, deren Mucke ich so schlecht nicht finde. Sinner gehören dazu, vor allen Dingen durch ihren Gitarristen Alex Scholpp, der im Gegensatz zu einem amerikanischen Gitarrenkollegen bei dessen drei Bands überspitzt nur unterschiedliche Sänger hat. Wenn er ohne Gitarre solo auftritt, geht er als Sinatra Gesangsdouble durch. Ich denke, einen Namen muss ich nicht nennen. Alex Scholpp hat zwar auch seinen Stil, aber er klingt bei Tarja nicht nach Farmer Boys oder Tieflader oder Sinner oder oder oder. Also zog ich mir Boom Bang Goodbye auf den Tisch zum Review.
Das Album erhielt durch einen Redaktionskollegen bei Vorabaustausch folgende Charakterisierung: "Oh, oh, ob sich der gute Mat da einen Gefallen getan hat. Abgesehen von den KI-Bildern, klingt das Album ja vollkommen seelenlos, polierter KI-Sound, austauschbare Sänger, keinerlei Wiedererkennungswert oder Bezug zum Frühwerk der Band. Boom Bang Bedauernswert." Vorurteilsbelastet hörte ich mir die Kiste mal an. Erste Feststellung: Alex Scholpp klingt nicht wie auf dem fast parallel veröffentlichen neuen Album Tarjas. Zweite Feststellung: Wie geschrieben, Hardrock stärkt nicht meinen persönlichen Seelenfrieden, jedoch kann ich mir Sinners Lieder gut anhören. Die vielen unterschiedlichen Sänger herausfordern mich nicht, aber es ein Timbre, das mir weniger gefällt. Und es ist im Hinterkopf zu behalten, dass Mat Sinner mit diesem Album das Kapitel Sinner als Band schließen wird. Insofern haben sich einige musikalische Wegbegleiter/Freunde das Mikrophon in die Hand gegeben. Und auch in der Band gab es ein paar Gastmusiker. Björn 'Speed' Strid ist unter den Sangesknaben der einzige, der mir durch seine Melodic Death Metal Kapelle Soilwork bekannt ist. Ich höre kein Saga (Michael Sadler), kein Rainbow (Ronnie Romero), kein Eclipse (Erik Mårtensson) und die anderen Sänger sind mir auch kein Begriff. Michael Bormann kommt beim Refrain bei Wait durch die Backgroundsänger in die Klangfarbe eines Chris Normans (Smokie).
Ja, der Sound ist dicht und druckvoll, Gitarrenharmonien (Doppelläufe) gehören zum Genre, manchmal hat man bei Riffs/Drumbeats/Gesangslinien/Melodien Bilder von Lederbekleidung, toupierten Haaren, weißen weiten T-Shirts, Cowboystiefeln, verspiegelten Tropfenformsonnenbrillen und Windmaschinen vor kalifornischem Hintergrund mit Sandstrand und Palmen vor Augen. Ach, schwere Motorräder oder schnelle Cabriolets nicht zu vergessen. Einschließlich raumgreifender Gesten. Hardrock, der Schlager des schwerverzerrten Gitarrentons. Es unterhält jedoch!
Seelenlosigkeit kann ich für mich auch nicht feststellen, die Sänger sind auch nicht ausstauschbar, Bezüge zum Frühwerk oder Wiedererkennungswert sind mir boogie, denn das bedeutet reaktionäres Festhalten am Gewöhnlichen und Ablehnung von Progression. Metallica wurden spätestens mit Load/Re-Load, wenn nicht sogar schon mit dem Black Album abgeschrieben, bäh, nur Mainstream. Und sie füllen immernoch Arenen. Der Vortrag zu den Sängern aufgreifend ist für mich Magnus Karlsson das schwächste Glied unter den Sängern, seinem Timbre fehlt die Rauheit, auch gefällt mir die Melodieführung im Refrain nicht. Power ist ein Lied, was ich weiterskippe Auf der anderen Seite finde ich Björn 'Speed' Strids Klargesang sehr gut, weil er sonst in völlig anderen Gefilden trällert, ähnlich wie AC/DC Brian Johnson auf Stings Werk The Last Ship überhaupt nicht so sang wie bei seiner Hauptband (gilt auch für seinen Beitrag auf Slashs letztem Bluesalbum).
Für mich ist Boom Bang Goodbye kein Paukenschlag als Schlusspunkt einer Bandgeschichte. Es ist sehr unterhaltsamer Hardrock, und das ist viel wichtiger, es hat innerhalb der Songs keinen Stilbruch. Es ist vorallen Dingen kein Album, bei dem ich schon aus dem ersten Bauchgefühl beim Anhören bedauernswert als Adjektiv artikulieren würde. Und am Ende nichtmal nach den zig Durchläufen.
Fazit: Aus meiner Sicht kann Mat Sinner ohne Reue mit dem Album Boom Bang Goodbye das Buch Sinner abschließen, denn es ist ein unterhaltsames kurzweiliges Hardrockalbum geworden.
Ja, der Sound ist dicht und druckvoll, Gitarrenharmonien (Doppelläufe) gehören zum Genre, manchmal hat man bei Riffs/Drumbeats/Gesangslinien/Melodien Bilder von Lederbekleidung, toupierten Haaren, weißen weiten T-Shirts, Cowboystiefeln, verspiegelten Tropfenformsonnenbrillen und Windmaschinen vor kalifornischem Hintergrund mit Sandstrand und Palmen vor Augen. Ach, schwere Motorräder oder schnelle Cabriolets nicht zu vergessen. Einschließlich raumgreifender Gesten. Hardrock, der Schlager des schwerverzerrten Gitarrentons. Es unterhält jedoch!
Seelenlosigkeit kann ich für mich auch nicht feststellen, die Sänger sind auch nicht ausstauschbar, Bezüge zum Frühwerk oder Wiedererkennungswert sind mir boogie, denn das bedeutet reaktionäres Festhalten am Gewöhnlichen und Ablehnung von Progression. Metallica wurden spätestens mit Load/Re-Load, wenn nicht sogar schon mit dem Black Album abgeschrieben, bäh, nur Mainstream. Und sie füllen immernoch Arenen. Der Vortrag zu den Sängern aufgreifend ist für mich Magnus Karlsson das schwächste Glied unter den Sängern, seinem Timbre fehlt die Rauheit, auch gefällt mir die Melodieführung im Refrain nicht. Power ist ein Lied, was ich weiterskippe Auf der anderen Seite finde ich Björn 'Speed' Strids Klargesang sehr gut, weil er sonst in völlig anderen Gefilden trällert, ähnlich wie AC/DC Brian Johnson auf Stings Werk The Last Ship überhaupt nicht so sang wie bei seiner Hauptband (gilt auch für seinen Beitrag auf Slashs letztem Bluesalbum).
Für mich ist Boom Bang Goodbye kein Paukenschlag als Schlusspunkt einer Bandgeschichte. Es ist sehr unterhaltsamer Hardrock, und das ist viel wichtiger, es hat innerhalb der Songs keinen Stilbruch. Es ist vorallen Dingen kein Album, bei dem ich schon aus dem ersten Bauchgefühl beim Anhören bedauernswert als Adjektiv artikulieren würde. Und am Ende nichtmal nach den zig Durchläufen.
Fazit: Aus meiner Sicht kann Mat Sinner ohne Reue mit dem Album Boom Bang Goodbye das Buch Sinner abschließen, denn es ist ein unterhaltsames kurzweiliges Hardrockalbum geworden.
