
Sirius Curse – When Beauty Awaits
Schönheit entspringt aus Schrecklichem – vielleicht lässt sich die zentrale Botschaft von SIRIUS CURSEs zweitem Album „When Beauty Awaits“ sinngemäß so zusammenfassen. Fünf Jahre sind vergangen, seitdem die Baden-Württemberger mit ihrem EP-Debüt „Time Knows No Lies“ erstmals ins Licht der Öffentlichkeit getreten sind. Zeit, die die Band um Frontmann Peter Hirsch sinnvoll genutzt hat.
In knapp 45 Minuten erzählt das Quartett aus Rottweil die Geschichte von Verlust, Hoffnung, inneren Kämpfen, gesellschaftlichen Widersprüchen, Schmerz, Glauben und der Suche nach Orientierung – und doch stehen am Ende die Hoffnung und der Aufbruch ins Licht. Ein inhaltliches Konzept, welches die Band auch in dem gelungenen Coverartwork zum Ausdruck bringen will. So zeigt das Motiv nicht den sonst üblichen Gegensatz von Gut und Böse, sondern vielmehr die untrennbare Verbindung beider Kräfte. Ein interessanter Ansatz.
Musikalisch wird bei jedem Hördurchlauf deutlicher, dass die Power-Metaller tief im traditionellen Metal verwurzelt sind und Bands wie IRON MAIDEN oder SAXON, aber auch HELLOWEEN, SINNER und GRAVE DIGGER sicherlich zu ihren Einflüssen gehören. Dabei gibt es in den Songs immer neue Details und Ursprünge zu entdecken.
Mit „Who We Are“ finden SIRIUS CURSE einen kraftvollen Opener, dessen vergleichsweise schlichtes Einstiegsriff dem Song großen Wiedererkennungswert verleiht. „Made My Day“ dürfte für die Band zu den emotionalsten Songs gehören, während das eingängige „Encounters“ für mich zu den Höhepunkten des Albums zählt. Aber auch „Tear It Down“ ist ein gelungener Kraftprotz, der in seiner Bridge sogar an PINK CREAM 69 mit David Readman erinnert. Das Riffing (und die Produktion) in „The Rise“ erinnert mich an eine Band namens EMBASSY, welche Ende der 90er Jahre mit „Edge Of Rainbows“ ein ordentliches Album veröffentlicht hatte. In „Contradictions“ wird das Riffing etwas härter und auch Peter Hirsch zeigt sich von seiner kratzigeren Seite. Den Abschluss bilden das titelgebende „When Beauty Awaits“ sowie das melodiöse „Astonishment“, welches mich am Ende nochmal richtig überzeugt.
SIRIUS CURSE haben hier in Eigenregie ein absolut hörenswertes Longplay-Debüt vorgelegt, welches problemlos mit den musikalischen Konkurrenten mithalten kann. „When Beauty Awaits“ enthält für meinen Geschmack keine echten Superhits, entfaltet aber über seine Gesamtspielzeit seine Klasse als Gesamtkunstwerk. Dabei haben SIRIUS CURSE viel Wert auf Details gelegt, so dass „When Beuaty Awaits“ letztlich ein durchweg stimmiges Album geworden ist, welches man gerne wieder und wieder hört.
„When Beauty Awaits“ ist auf allen gängigen Streaming-Plattformen, als CD und sogar als LP (direkt bei der Band) erhältlich und präsentiert mit den neun gelungenen Power-Metal-Songs eine hörenswerte Mischung aus der NWoBHM und Teutonic Metal. SIRIUS CURSE sollte man als echter Metalhead unbedingt gehört haben.
Sirius Curse - Who We Are (Official Audio Video Teaser 2026)
