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SAOR - Caledonia

VÖ: 06. November 2026  •   Label  Season Of Mist

SAOR - Caledonia

SAOR, die Pioniere des sogenannten Caledonian Black Metal – einer Mischung aus atmosphärischem Black Metal und traditioneller schottischer Folk-Musik – melden sich mit einem neuen Album zurück: „Caledonia“. Die Tracklist dürfte Fans der Band bekannt vorkommen – und das aus gutem Grund. Das Album beinhaltet fünf Songs aus den ersten drei Alben „Roots“, „Aura“ und „Guardians“. 

Es handelt sich um komplette Neueinspielungen der fünf Songs. Das ist kein typisches Best-of-Album und auch nicht einfach nur ein Remix der alten Tracks. Ein reguläres Studioalbum mit neuer Musik ist es allerdings ebenso wenig. Die Kompositionen sind im Wesentlichen unverändert geblieben, wurden jedoch neu eingespielt und in ihrer Umsetzung überarbeitet. Sie zeigen eindrucksvoll, wie weit sich dieses Projekt über die Jahre entwickelt hat. Alle Songs tragen den Zusatz „MMXXVI“ im Titel – die römische Schreibweise für 2026, falls sich jemand wundern sollte.

SAOR begann vor 13 Jahren als musikalisches Projekt von Andy Marshall in Glasgow und lief anfangs als One-Man-Show: Marshall ist der zentrale Komponist des Projekts und übernimmt im Studio den Löwenanteil der musikalischen Arbeit – Gesang, Gitarren, Bass und atmosphärische Keyboard- bzw. Pad-Elemente. Mit der Zeit nahm das Projekt immer mehr Fahrt auf und entwickelte sich dank zahlreicher Session- und Gastmusiker zu einem vollwertigen Live-Act, der inzwischen auf namhaften Festivals und in entsprechenden Konzertlocations zu erleben ist.

Die dabei gesammelte Erfahrung ist in die Neuinterpretationen der Songs eingeflossen und sofort erkennbar. Sie klingen deutlich klarer und raffinierter und sind teilweise spürbar kürzer geworden. An der Quantität wurde also durchaus geschraubt – an der Qualität glücklicherweise ebenfalls, und zwar nach oben. Das Schlagzeug klingt wesentlich definierter, das Klangbild wirkt breiter und moderner, und Produktion, Mix und Mastering verleihen den Aufnahmen einen vollkommen neuen Charakter. Insgesamt wurde der rohe, teilweise demoartige Sound zu einer professionellen und anspruchsvollen Musikproduktion weiterentwickelt. Auch musikalisch fällt auf, dass die Übergänge zwischen ruhigen Folkpassagen und brutalen Black-Metal-Ausbrüchen bewusster inszeniert wurden.

„Carved in Stone MMXXVI“ büßt gut drei Minuten seiner ursprünglichen Spielzeit ein, wodurch die musikalische Dramaturgie deutlich gestrafft wirkt. Nach dem wesentlich kürzeren Intro geht es mit dem schlagartigen Wechsel zum Black Metal gleich zur Sache. Das soll im Gegenzug aber nicht bedeuten, dass die atmosphärischen Folkelemente darunter gelitten hätten. Ganz im Gegenteil: Instrumente wie Violinen und Whistles treten nun stärker hervor.

Bei „The Awakening MMXXVI“ gibt es zwar weniger Änderungen an der Grundstruktur, dafür entsteht durch die Neueinspielung mit anderen Musikern – einschließlich einer zusätzlichen weiblichen Gesangsstimme – ein völlig neues Klangbild. „Aura“, „Hearth“ und „Tears of a Nation“ folgen größtenteils ihrer ursprünglichen Struktur, klingen durch die Neueinspielung aber räumlicher, moderner und kraftvoller.

Das Album ist weit mehr als ein Makeover. Es zeigt, was über zehn Jahre Live-Erfahrung bewirken können und wie einige der alten Songs klingen, wenn sie auf den heutigen Produktions-, Arrangement- und Live-Standard Andy Marshalls gebracht werden. Umso größer wird dadurch die Neugier darauf, wie sich das nächste reguläre Studioalbum anhören wird.

SAOR - Carved in Stone MMXXVI