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The Great White Nothing - Live At MotorMusic [EP]

VÖ: 21. September 2026  •   Label  Selbstverlag

The Great White Nothing - Live At MotorMusic [EP]

Hoch die Hände, Wochenende. Wochenenden sind manchmal Aufräumtage – auch im virtuellen Raum, nämlich E-Mail-Postfächer. Gaaaaanz alte Reviewanfragen von 2024. Alles, was in Allgemein, Newsletter und sonstwo einlief. Vom Spamordner ganz zu schweigen. Eine Ankündigung für ein Release am 21. September 2026 stach heraus wegen des kargen Covers in S/W. Fünf schwarzgekleidete Personen im Gras stehend vor einem was auch immer Stahlbetontrumm. Nicht mal ein Bandname auf dem Cover. The Great White Nothing heißt das Quintett, steht in der Betreffzeile. Aus irgendeinem Grund hörte ich mir die drei Tracks an. Man gut!  Daher dieses verzögert zum VÖ-Datum entstandene Review.


Letztes Jahr debütierte die Band mit Passage I: Melancholia. Für 2027 ist Passage II angekündigt. Die Schlagwortsuche auf unserer Homepage blieb erfolglos. Ob man uns überhaupt 2025 mit dem Debüt bedachte? Casper de Decker, Sänger und Tastenbediener, und Jesse Massant, Bassist, tragen Folgendes vor zum Debüt – und damit implizit zum Bandnamen: „Mit Passage I: Melancholia erzählen wir die Geschichte eines Mannes, der seine Heimat und die ihm vertraute Welt hinter sich lässt, um an den unwirtlichsten Orten Trost zu suchen.  Das Album setzt sich intensiv mit den Geschichten von Polarforschern des 20. Jahrhunderts auseinander und beleuchtet ihre Entbehrungen ebenso wie ihre unerschütterliche Leidenschaft.  Es handelt sich nicht unbedingt um ein Konzeptalbum. Dennoch haben wir uns von historischen Augenzeugenberichten und den trostlosen Landschaften der Arktis inspirieren lassen…   Diese Ehrfurcht gebietende, eisige Leere haben wir zum Leben erweckt – als „The Great White Nothing“. Das große weiße Nichts. Die Schnee- und Eiswüste. Diesen Expeditionsgedanken finde ich in der eigenen Familie, denn der Expeditionsleiter der ersten deutschen Tiefseeexpedition 1898/99, Prof. Dr. Dr. Carl Chun, taucht im Stammbaum meiner mütterlichen Linie auf. Vielleicht war das die telepathische Verbindung, die dazu führte, die E-Mail mit The Great White Nothing nicht ungehört zu löschen. Und als Anekdote für den Geschichtslehrer TZ: Das Forschungsschiff Valdivia transportierte dann 1900 deutsche Truppen zum Boxeraufstand nach China. 

Für diese EP wählte die Band die drei prägendsten Stücke des Debüts aus, um sie live im renommierten MotorMusic-Studio aufzuführen. Das sind die Lieder St. George, Dolores und (The) Sands Of Hattin. Die Band sagt, man habe sie vom Arrangement her etwas reduziert. Vergleiche ich mit dem, was ich bei YouTube vom Debüt finde, bleibt der wesentliche erste Eindruck unverändert. 
Mir gefällt die schiere Wucht, die Schärfe der Death/Black-Metal-ähnlichen Shouts, aber auch die cleanen Chorgesänge. Die Atmosphäre. Dazu noch die Klavierklänge. The Great White Nothing haben nicht diese bisweilen Poppigkeit der Dänen MØL. The Great White Nothing-Stimmung bleibt ernsthaft. Wie die Arktis es verlangt, wenn man als Mensch bestehen und überleben will. 

Fazit: The Great White Nothing haben zufällig einen neuen Fürsprecher gewonnen. Geiler atmosphärischer Metal! Passage II wird mit Freude erwartet.

The Great White Nothing - Live At MotorMusic. Passage I: Melancholia