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Boarhammer lll: Instruments Of Fungal Intent

VÖ: 31. Oktober 2026  •   Label  Eigenproduktion

Boarhammer lll: Instruments Of Fungal Intent

Irre - da hatte ich doch gerade erst “Vergessenes” von Noekk zu meinem Herbstalbum 2026 erkohren und zack kommen Boarhammer aus dem modrigen Unterholz gewütet und fordern ihrerseits Tribut an die Jahreszeit und den Rezensenten.

Fakt ist, der Sommer ist vorbei!

“Instruments Of Fungal Intent” ist der dritte Streich von Boarhammer. Das Duo um The Vessel (Vocals, Drums, Bass) und Wodwoz (Guitars, Additional Vocals) verführt erneut, die Töne machen hörig, locken den Hörer wahlweise pils- und/oder pilztrunken weg vom sicheren Wegesrand immer tiefer ins Dickicht, während der Rausch der Sinne im wundersamen Reich der Myzelien unweigerlich seinen Lauf nimmt. Unnachahmlich dabei ist dieser betörende Gesang, der Galle, Gift und Schwefel spuckend, Geister nicht nur zu beschwören, sondern zu entfesseln vermag.

Auch wenn Darkthrone mit den Waldmännern Boarhammer aus dem Reich der Pilze zweifelsohne in der Vergangenheit den einen oder anderen Pfad gekreuzt haben, so hinkt und verbietet sich jeder musikalische Vergleich. Angesichts des Umstandes, dass wir es hier allerdings ebenfalls mit einem extrem eigenbrödlerischen, verschworenen und kauzigen Duo, vereint in der Kompromisslosigkeit der eigenen Vision, zu tun haben, bringt die Norweger den Deutschen dann aber wieder ziemlich nahe. Wo Fenriz und Nocturno Culto allerdings mittlerweile fast schon altersmilde mit grantlerischer Distanz in ihrem Schaffen ruhen, da rotzen Dir Wodwoz und The Vessel die zerkaute Fliegenpilzmasse provokant vor die Füße und strecken Dir den ungewaschenen Mittelfinger ins Gesicht. Das ist eine nicht minder “prähistorische” Urgewalt, was Boarhammer da mit den aktuellen Pilz-Ingredenzien auf uns los lassen. Vor allem aber ist es mystischer, böser und wirkt bedrohlicher als das, was Ted und Gylve in den vergangenen Jahren vom Stapel gelassen haben.

Aber wie schon gesagt, musikalisch ist der Vergleich obsolet, denn Boarhammer wandeln sowieso auf eigenen Pfaden. Der dichte deutsche Urwald ist eben nicht Fjell und Fjord. Mir ist jedenfalls sowohl im In-, als auch im Ausland keine vergleichbare Band geläufig, die dermaßen verschroben und urig sowie in jeder Hinsicht roh und ungehobelt zwischen Black Metal, Old School Thrash und Heavy Metal wandelt und dabei eine derart tiefe, dunkle Atmosphäre und noch mehr Charme versprüht.

“lll: Instruments Of Fungal Intent” ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, in der das Duo alle Stärken von “Boarhammer l: Cutting Wood For Magickal Purposes” und “ll: Chemognosis – A Shortcut Into Mushrooms” konsequent weiterentwickelt und den ureigenen Stil verfeinert. Ich habe keine Ahnung, was die beiden Pilz-Anbeter The Vessel und Wodwoz sich da alles zu Gemüte geführt haben, aber die Dosis war offenkundig perfekt. Somit ist “Boarhammer lll: Instruments Of Fungal Intent” nicht nur weiteres Herbstalbum sowie erneut ein Geheimtipp, vor allem aber für mich eines DER Alben 2026 schlechthin und einmal mehr eine absolute Überraschung! Der Untergrund lebt – Boarhammer lassen die Hyfen sprießen!

Boarhammer - Forest Grave Malediction