Zum Hauptinhalt springen

Temperance – Arcani

VÖ: 17. Oktober 2026  •   Label  Napalm Records

Temperance – Arcani

TEMPERANCE legen sich sie Karten – und die Zukunft steht auf Veränderung.

Was haben der Narr, der Magier, der Teufel und das Rad des Schicksals gemeinsam? All das sind Tarot-Karten und stehen für den Neuanfang, die Schöpferkraft, Abhängigkeiten und für Veränderungen. Gleichzeitig sind es Songtitel des achten Albums „Arcani“ der aufstrebenden italienischen Symphonic-/Power-Metal-Band TEMPERANCE rund um Sängerin Kristin Starkey und Gitarrist bzw. zweite Stimme Marco Pastorino.

Nach dem Märchenkosmos von „Hermitage – Daruma’s Eyes Pt. 2“ (2023), wechseln TEMPERANCE die Erzählform. Auf „Arcani“ ist jeder der dreizehn Songs einer Karte aus dem Großen Arkana des Tarots zugeordnet. Auch wenn es kein reines Konzeptalbum darstellt, dreht sich das gesamte Werk um die geheimnisumwobenen Tarot-Karten und dessen Vorhersagen.

Geboten wird ehrlicher, epischer zweistimmiger dunkler symphonischer Metal, üppige Symphonic-Arrangements, mehrstimmige Harmonien und große Gitarrensoli sowie die persönlichsten Texte der Bandgeschichte, deren Aufnahmen in gemeinsamen Gruppen-Sessions entstanden sind.

Den Auftakt macht „The Fool“, als einziger Titel ohne Untertitel – ein Verweis auf die unnummerierte Narrenkarte. Dagegen zeigt die rockige Seite sich bei „The Tower: Lean Into Fear“, das das Label als Hardrock-Nummer und neue Facette im TEMPERANCE-Universum beschreibt. „The Devil: Sin, Sin, Sin“, die erste Single, greift den düsteren Unterton auf und mündet in einen mitreißenden Refrain, während „Temperance: Forgiveness“, der Quasi-Titelsong, sich ausgleichend und zuversichtlich gibt und die typische Metal-Oper repräsentiert. Ein Highlight ist sicherlich „The Charoit: Alla Ricerca dell‘America“ zu nennen, das sich mit poetischen italienischen Lyrics um den so genannten amerikanischen Traum dreht. Hierzu haben sowohl Gitarrist Marco als auch Sängerin Kristin ein besonderes Verhältnis. Während Marco, der auch bei der Band SERENITY aktiv ist, in jungen Jahren stets vom amerikanischen Traum hörte und träumte, wuchs Sängerin Kristin sogar in New York auf. Mittlerweile lebt sie in Schweden, weswegen sie die nordische Sprache für die zweite Strophe des Songs wählte.

Das dramatische Zentrum aber bildet „The Hanged Man: Petrichor“. Es kippt von der Akustikgitarre zum Metal und führt schließlich zur Metal-Oper. Mit knapp sieben Minuten ist es ein Epos geworden, was teilweise an NIGHTWISH erinnert, aber auch Charakterzüge von KAMELOT aufweist. Überhaupt ist es eine der innovativsten Kompositionen der Bandgeschichte überhaupt.

FAZIT:

In Summe ist „Arcani“ ein sehr stimmiges Werk geworden, was die anfänglich erwähnten Veränderungen sicherlich ins Haus stehen dürften. Intelligente, hervorragend instrumentierte Songsstrukturen wechseln sich mit einem tollen zweistimmigen Gesang ab, dessen Protagonist sicherlich Kristin sein dürfte.

Die einzige Kritik meinerseits läge dennoch in Richtung der Sängerin, die des Öfteren mal ihre Reibeisenstimme, wie in „The Tower: Lean Into Fear“, auspacken sollte. Hier zeigt sie definitiv ihre gesamte stimmliche Bandbreite. Was Parallelen zu VISIONS OF ATLANTIS betrifft, hätte sich „The Moon: The Man Of Moonlight“ etwas weniger von den Österreichern inspirieren lassen sollen. Dennoch ein gelungener Song.

Ob die von der Band vermutlich gezogene Karte „Wheel Of Fortune“ wirklich auf eine Veränderung hindeutet, werden die nächsten Monate zeigen. Seit 17.10.2026 ist „Arcani“ auf dem Markt - und zu wünschen wäre es ihnen, wenn sie noch mehr Fans hinzugewinnen könnten!

Aber lasst uns dazu mal besser das Tarot befragen.

TEMPERANCE - The Devil: Sin, Sin, Sin (Official Video)