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Vigil - Primordial Rites

VÖ: 30. Oktober 2026  •   Label  Shadow Kingdom

Vigil - Primordial Rites

Nomen est omen: Das Debüt bietet eine im besten Sinne ursprüngliche Thrash Zeremonie.

Nun ist und war der Thrash ja schon immer recht ausdifferenziert. VIGIL liefern weder Thrashcore à la MUNICIPAL WASTE noch Hochglanz Thrash. Die Amis gehen die Sache aggressiv, düster und garstig an. Am ehesten ist das mit dem Spirit des Ruhrpott Thrash Ende der 80er zu vergleichen. Das kultige Video im VHS‑Stil belegt, dass das Quartett eine Schwäche für diese Zeit hat.

Nach kurzem Windgeheul-Intro gibt es gleich voll auf die Zwölf. Der Bass pumpt immer gut hörbar, die Riffs und Drums treiben erbarmungslos nach vorne und die eher kehligen, aber nie zu krächzigen Vocals, verspritzen Gift. Im Unterschied zu den ersten Veröffentlichungen der Ruhrpott Bands sind Songwriting und Beherrschung der Instrumente bei VIGIL ausgereifter. Das geht aber nicht auf Kosten der Atmosphäre. Selbst eher moderne, langsamere Stampfparts wie bei ´At the Stake´ passen gut ins Gesamtbild. Daneben gibt es ja auch Full Throttle Knaller wie ´ Tortured for Christ´ oder eher schaurige Töne wie beim Ende von ´Seventh Circle´ (Den Song könnt ihr dann gleich auf der Halloween Party spielen.). So bleiben VIGIL innerhalb der Genregrenzen und verhindern, dass sich das Album abnutzt oder an Energie verliert. Die Produktion ist genau richtig für die Art von Musik. Das Album erreicht das für Außenstehende wohl paradoxe Ziel einer solchen Scheibe: Die düstere Aggression weckt einfach gute Laune und gibt positive Energie.

Diese neun Primordial Thrash Rites sollten alle überzeugen, die drauf stehen, wenn die Wucht von Bands wie POWERTRIP mit Galle veredelt wird. Ein sehr starker Einstieg. Hoffentlich schafft es die Band auf unsere Bühnen, obwohl ich schon verstehen kann, wenn Veranstalter Angst um ihr Interieur haben.

Vigil - Nocturnal Hunger