Zum Hauptinhalt springen

Teratoma - Longing Voracity

VÖ: 27. März 2026  •   Label  Me Saco Un Ojo
Die Floskel „mit Spannung erwartet” scheint mittlerweile so eine Art Running-Gag in der Promoter-Szene zu sein, immerhin werden mit Sicherheit 90 % der Promo-Schreiben völlig unbekannter Bands mit diesen Worten eingeleitet. So geschehen auch bei den Berlinern TERATOMA, die mit „Longing Voracity“ bereits ihr zweites Album vorlegen.

Die Band wurde 2021 ins Leben gerufen und dient als Spielwiese lokaler Musiker, die sich aktuell oder ehemals bei Bands wie REACTORY oder SPEEDKOBRA betätigen bzw. betätigt haben. Der Blick auf den Namen des Labels und der Bandmitglieder würde den Leser vielleicht zunächst vermuten lassen, dass man es hier mit einer Band aus südamerikanischen Gefilden zu tun hat. Und tatsächlich versprüht „Longing Voracity“ auch ein wenig das rohe und ursprüngliche Flair südamerikanischer Thrash und Death Metal Kapellen. Doch eigentlich ist der Sound vor allem von den frühen Death Metal Bands aus Schweden und den USA beeinflusst: roh, zermalmend und gnadenlos. Frontmann Danyil (einst bei EVIL LIVERS aktiv) spuckt Hass und Galle, wenn er abgrundtief ins Mikro grunzt. Passend dazu liefert das Gitarrenduo Vasquez-Rajman die passenden Riffs, die auch ohne aufdringlichen HM-2-Sound ordentlich sägen. In ihren Songs hält sich die Band zwar nicht durchgängig an die selbstverordnete Geschwindigkeitsbegrenzung, dennoch würde ich den Stil von TERATOMA eher im Mid-Tempo-Death Metal verorten – gut nachhörbar in „Ravaged and Absorbed“, welches entfernt sogar an MORGOTH erinnert. Doch bleiben wir kurz bei dem Song, denn hier wird auch ein kleines Defizit hörbar. So klingt der Lead-Part ab ca. Minute 5 doch etwas rumpelig und man hat das Gefühl, dass die Gitarre hier nicht immer ganz im Einklang mit dem Rest des Songs ist. Dafür gibt es in „Interim“ dann auch mal eine Panflöte zu hören, was besonders den Kollegen Lison begeistern dürfte.
TERATOMA können mit ihrem Zweitwerk „Longing Voracity“ noch nicht bei den ganz Großen mitspielen, liefern aber dennoch hörenswerten Death Metal für Fans von frühen CANCER, SEPULTURA, MORGOTH & Co., der immer wieder zum gefälligen Kopfnicken einlädt.
Wer die Berliner einmal antesten möchte, findet auf deren Bandcamp-Seite verschiedene Formate: 2 unterschiedliche Vinyl-Versionen, CDs und die digitalen Tracks.
Teratoma - Longing Voracity