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The Casualties – Detonate

VÖ: 27. März 2026  •   Label  Hellcat Records
Wer musikalisch mal wieder so richtig schön die Fresse poliert haben möchte, der ist hier genau richtig. Denn das neue THE CASUALTIES Album kommt einem gepflegten Faustschlag genau auf die Zwölf gleich! Da macht ihr lieber schon mal einen Termin bei eurem Zahnarzt.

Acht Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Written in Blood“ melden sich die New Yorker Streetpunker mit einem wahren Paukenschlag zurück. Auf dem ersten Album für Hellcat Records verteidigt Frontmann David Rodriguez seine Position am Mikrofon und liefert einen absolut überzeugenden Job ab. Der Mann mit südamerikanischen Wurzeln rotzt und schreit seine Wut auf das Establishment, das System und überhaupt die ganze Welt dermaßen überzeugend in die Welt, dass man am liebsten selber selber mal einen Pflasterstein auf irgendjemanden werfen möchte. In „Empire Falls“ und „Now And Tomorrow“ erinnern die Vocals zeitweise an RANCID.
Die schiere Gewalt von „Detonate“ erinnert an „Beat The Bastards“ von THE EXPLOITED, aber gleichzeitig auch an Deutschpunk der Marke HASS sowie die Kollegen von AGNOSTIC FRONT. Gleichzeitig versprüht das Album jede Menge Straßendreck und steht in Sachen Schnoddrigkeit Bands wie THE BUSINESS in nichts nach. Und auch wenn THE CASUALTIES meist auf kurze, schnelle Wutausbrüche setzen, so findet sich auf „Detonate“ dennoch nicht nur stumpfes Punk-Geschrote. So hat man sich für „Ashes of War“ Unterstützung bei der Native American-Punkband 1876 geholt und Vinnie Stigma rotzte das Intro zu „Brick By Brick“ ins Mikro. Jede Menge „Ooooiiiis“ und „Wooohooohooos“ sorgen zudem für jede Menge Eingängigkeit. Songs wie „People Over Power“ beweisen, dass ein Punk-Korrektiv heute notwendiger ist als jemals zuvor.
Mit „Empire Falls“, „Allies And Assassins”, „Few The True“ und „Brick By Brick” zünden die Amis einige echt großkalibrige Punk-Granaten. Das letzte Drittel der Scheibe überzeugt mich etwas weniger als die ersten beiden Drittel. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Songs schlechter wären, sondern sie sind z. T. einfach noch kompromissloser und räudiger als der Rest der zehn Tracks.
„Detonate“ explodiert ab der ersten Note und gehört wohl zu den brutalsten Streetpunk-Veröffentlichungen, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind. THE CASUALTIES schielen nicht auf Spotify-Algorithmen oder Trends. Sie kanalisieren ihre Wut auf die Welt und liefern somit ein Album ab, welches die Lage der Welt in Musik übersetzt. Das richtige Album zum richtigen Zeitpunkt also. Wer auf ein physisches Exemplar scharf ist, der muss sich leider noch bis zum 10. Juli gedulden. Digital gibt es „Detonation“ ab Freitag!
The Casualties - "Allies And Assassins"