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Godsticks - VOiD

VÖ: 27. März 2026  •   Label  Kscope/Edel
Drei Jahre nach dem letzten Studioalbum sind Godsticks mit ihrem siebten Album, was sie VOiD betitelten, aus dem Studio gekommen. Lassen wir uns überraschen.
Es soll das schwerste, dunkelste und kompromissloseste Werk des Quartetts sein. Auf lyrischer wie auch musikalischer Ebene wird eine sehr ernüchterte/ernüchternde Perspektive auf eine Welt zum Ausdruck gebracht, in der Spaltung, ideologische Starrheit und das Abhandenkommen von Nuancen und Toleranz derselben immer mehr Raum bekommen (haben). Der Ausweg daraus ist die selbstgewählte Isolation im persönlichen Vakuum. Jeder sieht sich und seine Position als richtig an, man findet keinen Kompromiss, Dinge werden aus ihrem Kontext gerissen, Fortschritte von Integration und Inklusion zunehmend untergraben. Darran Charles hat für sich beschlossen, keine Energie zu verschwenden, sich darüber aufzuregen oder Diskussionen zu führen, sondern sich einfach ins eigene kleine Vakuum zurückzuziehen. Naja, Darran Charles besingt mit seiner Band immerhin den Zustand - und das gewiss nicht gleichgültig, sondern energetisch protestierend. Ich persönlich habe für mich als Gegenentwurf zum Vakuum immer noch den Leitspruch: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Und wenn sich alle zurückziehen, können die "anderen" ihre Macht missbrauchen, ihre falschen Narrative tradieren. Dennoch muss ich einräumen, dass manche Dinge wirklich Resignation bedingen und zum Ausruf "Beyond my payroll!" führen, weil ein schlechter Zustand vernunftbasiert nicht korrigiert werden kann und  als Ausweg nur auf die fatalistische Hoffnung gesetzt wird.
Godsticks waren im Hause Kscope nie eine Band, die leichtfüßig oder gar eingängig daherkommt. Sperrig ist vielleicht mit einem einzigen Adjektiv die zutreffenste Beschreibung. The Pineapple Thief und Bruce Soord sind da schon eingängiger im gleichen Stilwasser. Die Rhythmik Godsticks ist hierbei schon ein offensichtlicher Faktor. Die bekannte Stimmfarbe Darran Charles' als Mische zwischen Richie Kotzen und Chris Cornell und noch mehr Wehklagen ein weiterer für die Sperrigkeit. Allerdings ist die Rhythmik dann nicht ganz so herausfordernd wie bei Car Bomb. In der Tat ist die Grundstimmung der zehn Lieder wenig hell, sondern eher bedrückend.
In der Gesamtschau (und einer Randomplaylist mit den Alben Inescapable sowie This Is What A Winner Looks Like) schmiegt sich VOiD bruchfrei ein, so dass ich die Marketingadjektive übertrieben finde. Und damit fehlt für mich tatsächlich das Herausragende. Es geht das Frische ab, was ich bei Erstkontakt (Inescapable) noch vernahm. Es ist auf alle Fälle ein unverkennbares und gutes Godsticksalbum. Dennoch sind mir andere Kscopekünstler in der Zwischenzeit mehr ans Herz gewachsen.
Godsticks -M.I.A.