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The Hirsch Effekt - Der Brauch

VÖ: 30. Januar 2026   •   Label  Long Branch Records

Wenn man in Bezug auf die wunderbaren Hannoveraner von THE HIRSCH EFFEKT wohl von einem Brauch sprechen kann, dann ist es wohl die Ansage, dass sämtliche Genre-Zuordnungen ins Leere verlaufen. Anders ist es auch bei „Der Brauch“, dem neuesten Album der Hirsche, nicht, denn auch hier kristallisieren sich als Konstanten ausgerechnet die musikalische Vielfalt und Unvorhersehbarkeit sowie Emotionalität heraus.

Dabei muss man ganz klar hervorstellen, dass es ohne Probleme möglich ist, THE HIRSCH EFFEKT herauszuhören. Die Texte, die Stimme, die musikalischen Kontraste, die Komplexität – all das fügt sich nahtlos zum THE-HIRSCH-EFFEKT-Sound zusammen. Auch „Der Brauch“ macht da keine Ausnahme. Auch hier bewegen wir uns irgendwo zwischen ruhigen Parts mit klassischem Gitarrenspiel bis hin zu Blastbeats und richtigem Geschrammel, zwischen zarten Cleanpassagen, Sprechgesang und Shouts. Ebenso vielseitig wie Emotionen selbst.

Das ist es auch, was THE HIRSCH EFFEKT für mich immer wieder ausmacht: die Fähigkeit, den Facettenreichtum von Gefühlen musikalisch und textlich umzusetzen, aber auch zu transportieren. Die bedrückende Enge, die einen zu Beginn von „Das Seil“ bereits greift, besonders wenn Nils das erste Mal „Ein Seil“ mit seiner markanten, cleanen Stimme singt, gleichzeitig aber im Hintergrund dieselben zwei Worte diabolisch, tief mitschwingen. Als Kontrast dazu die vor Wahn strotzenden Schlussminuten von „Der Doppelgänger“. Die traurige Arroganz, die in Text und Vortrag von „Die Lüge“ mitschwingt und noch verstärkt wird durch die verkündenden Blechblas-Passagen im Hintergrund, zeigt wiederum etwas ganz anderes als der fast poppige, positivere Sound von „Die Brücke“.

Es ist dabei beeindruckend zu sehen, dass das ganze Album trotz dieser Kontraste wie ein ineinandergreifendes, zusammengehöriges Gesamtwerk funktioniert. Nicht ein Song, von dem man das Gefühl bekommt, er gehöre nicht genau dorthin und erziele nicht seinen gewünschten Effekt. Selbst der abyssische Abstieg in die höllennahen Regionen von „Das Nachsehen“ evoziert genau das, was er soll, ohne dem Hörer unpassend vor den Kopf zu stoßen.

Wenn etwas mittlerweile fast Tradition hat bzw. Brauch ist, dann die Tatsache, dass THE HIRSCH EFFEKT einfach immer abliefern. Selbstverständlich ist das nichts für jedermann, soll es aber auch gar nicht sein. Aber jeder, der fühlt und gerne genau zuhört, jeder, für den Musik nicht nur das Hintergrundgeräusch sein soll, der wird mir zustimmen, dass „Der Brauch“ ein absolutes Highlight des noch jungen Jahres ist.

Wer das ganze mal live erleben möchte, hat dazu zeitnah die Möglichkeit:

The Hirsch Effekt - Live 2026
25.02. Schweinfurt, Kulturhaus Stattbahnhof
26.02. - CH – Aarau, KIFF
27.02. Karlsruhe, Jubez
28.02. Ulm, Roxy
05.03. Berlin, Badehaus
06.03. Hamburg, Logo
07.03. Düsseldorf, Ratinger Hof
12.03. Wiesbaden, Schlachthof
13.03. Kassel, Goldgrube
14.03. Erfurt, Museumskeller
19.03. Bremen, Tower
20.03. Oberhausen, Druckluft
21.03. Leipzig, Naumanns
21.05. Saarbrücken, Garage
22.05. Münster, Sputnikhalle
23.05. Köln, Helios 37

The Hirsch Effekt - Das Nachsehen (Official Video)
 
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