Der Grundkurs erhält in der Klausur folgende Aufgabe zur Berechnung der unbekannten Größe „x“:
In einem Wohnhaus wird gleichzeitig in mehreren Räumen Musik gehört. Bruno hört in seinem Zimmer die neueste Scheibe von DYNAZTY, nachdem er zuvor einige Alben von BLOODBOUND gehört hat. Sein Bruder Heinz hört in einem anderen Raum Musik von CHILDREN OF BODOM. In der Waschküche von Frau Zwickel läuft zusätzlich laute Schlagermusik.
In der Küche kommen bei der Mutter nur noch abgeschwächte Schallanteile aus allen Räumen an. Die resultierende Stromgitarrenmusik in der Küche wird mit „x“ bezeichnet. Berechnen Sie „x“ mithilfe der gegebenen Angaben.
Eine knifflige, aber nicht unlösbare Aufgabe. Das dachten sich wohl auch INDUCTION als sie an ihrem neuesten Album „Love Kills“ werkelten. Allerdings rechnet sich Bandkopf Tim Hansen die Discografie seiner Band auch gerne mal etwas schön, so dass seine Zeitrechnung mit dem 2022er Album „Born From Fire“ beginnt. Im Metal Hammer erklärt er dies damit, dass das schlicht „Induction“ betitelte Debüt „ein Schuss in den Ofen“ gewesen sei und den künstlerischen wie musikalischen Ansprüchen nicht genügt habe. Als Konsequenz hat sich Hansen die passende (internationale) Mannschaft mehr oder weniger zusammengecastet (3. Album = 3. Besetzung), um handwerklich gleichwertige Musiker um sich versammeln zu können. Das Ergebnis ist ein powermetallischer Overkill mit jeder Menge Pomp und symphonischen Passagen, die durchaus auch an die skandinavischen Disco-Flaggschiffe BATTLE BEAST oder BEAST IN BLACK erinnern. Das opulente „Beyond Horizons“ greift aufgrund seiner lateinischen Passagen POWERWOLF-Elemente auf. Doch vor allem in der Gitarrenarbeit und bei den Soli (die von Justus Sahlmann selbst geschrieben wurden) schimmert immer wieder eine Vorliebe für Alexi Laiho durch. In „Strangers To Love“ erhält Frontmann Gabriele Gozzi, der auf „Love Kills“ eine sehr gute Figur macht, weibliche Schützenhilfe. Und das weibliche Geschlecht diente auch als Inspiration für viele der Lyrics, in denen Hansen sein gebrochenes Herz verarbeitet, aber im titelgebenden Track auch einen positiven Ausblick gibt: „Love Kills… but it’s never gonna die.“ Böse, wer bei „I Am Evil“ sofort an BLOODBOUND denkt – oder eben einfach die norddeutsche Interpretation modernen Melodic Power Metals? Ob es zum Abschluss der Coverversion des GAMMA RAY-Songs „Empress“ bedurft hätte, lässt sich sicherlich diskutieren. Ich für meinen Teil finde die Version eigentlich ganz gelungen, da sich der Song gut ins Gesamtbild des Albums einfügt und auch nicht zu den Top 10-Songs der GAMMA RAY-Playlist gehört. Warum also nicht dem Vater mal Tribut zollen?
Die Marschroute bei INDUCTION ist klar: nach oben und irgendwann auf der Wacken Main-Stage stehen. In Hansens Augen ist bei INDUCTION „alles groß, es ist Musik für große Bühnen!“ (MH), so dass sein Fazit für „Love Kills“ wenig kurz und knapp ausfällt: „Volle Möhre geballert!“. Und tatsächlich klingt bei INDUCTION alles groß, alles ist auf Anschlag. Aber auf der anderen Seite ist auch alles bereits gehört und das ganze Konstrukt INDUCTION wirkt auf mich etwas zu berechnend. Das bedeutet nicht, dass Songs wie „Beyond Horizons“, „Dark Temptation“ oder „Strangers To Love“ nicht grundsätzlich gelungene Songs sind. Aber durch das permanent zur Schau gestellte Streben nach Perfektion verlieren die Songs in meinen Ohren etwas an Authentizität und Seele, so dass INDUCTION für mich trotz aller handwerklichen und musikalischen Qualität zu sehr auf den Mainstream schielen.
Fazit: Für mich geht INDUCTIONs Rechnung auf „Love Kills“ nicht so richtig auf. Aber ich bin auch als Schüler schon lieber in den Geschichtsunterricht gegangen als zu Mathematik. Letztlich liefern INDUCTION ein perfektes Wacken-Metal-Album ab. Wer es lieber etwas bodenständiger hat, der greift vielleicht besser zu IRON BRIGADE, FILI BIBIANO’S FORTRESS oder ROZARIO.
In einem Wohnhaus wird gleichzeitig in mehreren Räumen Musik gehört. Bruno hört in seinem Zimmer die neueste Scheibe von DYNAZTY, nachdem er zuvor einige Alben von BLOODBOUND gehört hat. Sein Bruder Heinz hört in einem anderen Raum Musik von CHILDREN OF BODOM. In der Waschküche von Frau Zwickel läuft zusätzlich laute Schlagermusik.
In der Küche kommen bei der Mutter nur noch abgeschwächte Schallanteile aus allen Räumen an. Die resultierende Stromgitarrenmusik in der Küche wird mit „x“ bezeichnet. Berechnen Sie „x“ mithilfe der gegebenen Angaben.
Eine knifflige, aber nicht unlösbare Aufgabe. Das dachten sich wohl auch INDUCTION als sie an ihrem neuesten Album „Love Kills“ werkelten. Allerdings rechnet sich Bandkopf Tim Hansen die Discografie seiner Band auch gerne mal etwas schön, so dass seine Zeitrechnung mit dem 2022er Album „Born From Fire“ beginnt. Im Metal Hammer erklärt er dies damit, dass das schlicht „Induction“ betitelte Debüt „ein Schuss in den Ofen“ gewesen sei und den künstlerischen wie musikalischen Ansprüchen nicht genügt habe. Als Konsequenz hat sich Hansen die passende (internationale) Mannschaft mehr oder weniger zusammengecastet (3. Album = 3. Besetzung), um handwerklich gleichwertige Musiker um sich versammeln zu können. Das Ergebnis ist ein powermetallischer Overkill mit jeder Menge Pomp und symphonischen Passagen, die durchaus auch an die skandinavischen Disco-Flaggschiffe BATTLE BEAST oder BEAST IN BLACK erinnern. Das opulente „Beyond Horizons“ greift aufgrund seiner lateinischen Passagen POWERWOLF-Elemente auf. Doch vor allem in der Gitarrenarbeit und bei den Soli (die von Justus Sahlmann selbst geschrieben wurden) schimmert immer wieder eine Vorliebe für Alexi Laiho durch. In „Strangers To Love“ erhält Frontmann Gabriele Gozzi, der auf „Love Kills“ eine sehr gute Figur macht, weibliche Schützenhilfe. Und das weibliche Geschlecht diente auch als Inspiration für viele der Lyrics, in denen Hansen sein gebrochenes Herz verarbeitet, aber im titelgebenden Track auch einen positiven Ausblick gibt: „Love Kills… but it’s never gonna die.“ Böse, wer bei „I Am Evil“ sofort an BLOODBOUND denkt – oder eben einfach die norddeutsche Interpretation modernen Melodic Power Metals? Ob es zum Abschluss der Coverversion des GAMMA RAY-Songs „Empress“ bedurft hätte, lässt sich sicherlich diskutieren. Ich für meinen Teil finde die Version eigentlich ganz gelungen, da sich der Song gut ins Gesamtbild des Albums einfügt und auch nicht zu den Top 10-Songs der GAMMA RAY-Playlist gehört. Warum also nicht dem Vater mal Tribut zollen?
Die Marschroute bei INDUCTION ist klar: nach oben und irgendwann auf der Wacken Main-Stage stehen. In Hansens Augen ist bei INDUCTION „alles groß, es ist Musik für große Bühnen!“ (MH), so dass sein Fazit für „Love Kills“ wenig kurz und knapp ausfällt: „Volle Möhre geballert!“. Und tatsächlich klingt bei INDUCTION alles groß, alles ist auf Anschlag. Aber auf der anderen Seite ist auch alles bereits gehört und das ganze Konstrukt INDUCTION wirkt auf mich etwas zu berechnend. Das bedeutet nicht, dass Songs wie „Beyond Horizons“, „Dark Temptation“ oder „Strangers To Love“ nicht grundsätzlich gelungene Songs sind. Aber durch das permanent zur Schau gestellte Streben nach Perfektion verlieren die Songs in meinen Ohren etwas an Authentizität und Seele, so dass INDUCTION für mich trotz aller handwerklichen und musikalischen Qualität zu sehr auf den Mainstream schielen.
Fazit: Für mich geht INDUCTIONs Rechnung auf „Love Kills“ nicht so richtig auf. Aber ich bin auch als Schüler schon lieber in den Geschichtsunterricht gegangen als zu Mathematik. Letztlich liefern INDUCTION ein perfektes Wacken-Metal-Album ab. Wer es lieber etwas bodenständiger hat, der greift vielleicht besser zu IRON BRIGADE, FILI BIBIANO’S FORTRESS oder ROZARIO.