Was mir bei dieser Rezension definitiv nicht gefiel, war, dass das Album nur durch Streamen desselbigen verfügbar gemacht worden war. Permanent online zu sein setzt entweder stationäres Arbeiten voraus oder eine stabile mobile Netzanbindung. Und die haben wir bekanntlich in Deutschland gar nicht. Aus eigenem Erleben weiß ich, dass die Netzstärke und -abdeckung in Afghanistan besser als in Deutschland war/ist - und wie es dort aussieht kann jeder gerade in den Nachrichten verfolgen. Naja. Frieden und Sicherheit sind nicht immer mit Fortschritt verbunden. Springen wir nun nach Australien. Nicht nur AC/DC, INXS, KYLIE MINOGUE, JASON DONOVAN und MEN AT WORK bereicherten - abhängig vom Geschmack - die Musikwelt, sondern nun auch THE UGLY KINGS. Wie einige der zuvor benannten Künstler, kommen sie auch aus Melbourne und drücken ihr zweites Album namens Strange, Strange Times durch die Lautsprecher.
Der Stil des Quartetts ist am besten zu beschreiben als Alternative Rock. Nach einem gefühlt langen Intro des Openers Strange, Strange Times rumpelt die Mucke los, hier und da mal mit Spannung aufbauenden Dissonanzen. Technodrone geht schneller ans Werk und ist eine Uptemponummer, die spätestens mit dem Refrain das Mitwippen einfordert. Technodrone wurde umgehend mein Lieblingslied auf dem Album. Russel Clarkes Stimme und Betonung - besonders beim Lied Do You Feel Like You're Paranoid? - erinnern mich an Roger, bekannt durch BLUMENTOPF, der mindestens im Duett mit DIE HAPPY mal was anderes machte als Hip-Hop/Rap.
So geht man in den folgenden Nummern abwechslungsreich zu Werke, und immer mit eingängigen Refrains. The Devil Comes With A Smile hat durch den knarzigen Bass in Verbindung mit der Schlagzeugbegleitung ein paar THE WHITE STRIPES Momente. Mit Another Fucking Day findet das Album Strange, Strange Times einen würdigen Abschluss.
Insgesamt hat mich das Album sehr gut unterhalten durch die Stimme des Sängers, die Kompositionen samt Arrangement und den Bandsound.