Was bringt nur einen Haufen Teenies aus Island dazu, mit 13/14 Jahren eine Band zu gründen, die den großen Vorbildern wie Led Zeppelin huldigt? Laut Interview die Plattensammlungen der Eltern. Erziehungsauftrag wahrgenommen: Check!
Man neigt ja dazu, den Sound der Heimat bei Bands wieder zu erkennen. Bei The Vintage Caravan wird das schwer, denn statt nach heißen Geysieren oder klirrender Kälte klingt die Band eher nach einem verrauchten Londoner Pub in den Siebzigern. Man hat nicht nur Hits rausgehauen, das ist sicherlich der Schwachpunkt der Scheibe. Positiv ist aber festzuhalten, dass man hier jede Menge Herzblut und Potential heraushört. In "Cocaine Sally" (für mich das Highlight) sägen und jaulen die Gitarren, dass es eine Freude ist. Hier und da wandert man vielleicht etwas zu weit in psychedelische Gefilde ab, wie zum Beispiel im überlangen Rausschmeißer.
Was Spielfreude und Feeling angeht, können sich The Vintage Caravan aber sicher in die erste Liga der Bands einreihen, die den ursprünglichen Rock Sound in die Moderne retten wollen. Hoffentlich beweisen sie das auch auf der kommenden Tour mit Grand Magus und Audrey Horne.