Tulus machen auf “Morbid Desires” genau dort weiter, wo sie mit “Fandens Kall” vor drei Jahren aufgehört haben.
Zornig und böse, rotzig, rockig und rollig, so stampft das Trio um Sarke, Crowbel und Blodstrup durch die neun Songs. Angetrieben von Sarkes treibend-groovigem Schlagzeugspiel, das mit dem angezerrten, knarzig-orgelnden Bass von Crowbel eine einzigartige Rhythmus-Symbiose eingeht, keift sich Blodstrup den Deibel aus dem Leib, wobei letzterer auch an den sechs Saiten extrem lässig agiert.
Mit “Salme ll” hat man einen Übersong als Opener gewählt, der ein absolutes Ausrufezeichen an den Anfang von “Morbid Desires” setzt, das alle Trademarks von Tulus essenziell bündelt. Das Pulver ist danach allerdings keinesfalls aufgebraucht. “Pure Black Energy”-, “Mysterion”- und “Evil 1999”-Anhängern könnte das Album einmal mehr zu wenig archaisch und puristisch sein, Tulus stehen natürlich aber längst für sich selbst und ihre ureigene Interpretation des norwegischen Black Metals. Da haben akustische und Flamenco-Gitarren nach wie vor genauso Platz wie Kuhglocken oder die Mundharmonika. Der Sound ist dabei so roh und knochentrocken wie transparent.
Mit Darkness Shall Rise Productions scheint man nun endlich auch ein passendes, engagiertes, vor allem aber aufstrebendes Label im Rücken, das sich des musikalischen Erbes von Tulus bewusst und daher prädestiniert zu sein scheint, mit den Norwegern in eine erfolgreiche Zukunft zu starten.
Für das neue Label liefern Tulus mit “Morbid Desires” auf jeden Fall einen Einstand nach Maß!