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Resurrected - Perpetual

VÖ: 10. April 2026  •   Label  Testimony Records

Eine Demonstration eines handwerklich einwandfrei dargebotenen Werkes feinster deutscher Todes-Metall-Geschichte - kompromisslos, ehrlich, brutal und dennoch eigenständig.

Das Ruhrgebiet, oder schlicht „der Pott“, war einst Deutschlands industrielles Herz, das im Rhythmus von Stahl- und Bergwerken schlug. Tief unter der Erde riskierten Bergleute in der ewigen Dunkelheit der Kohle Gesundheit und Leben. Hier wurden die legendären Krupp-Kanonen gebaut, und hier leistete die Bevölkerung während der „Ruhrbesetzung“ erbitterten Widerstand gegen französische und belgische Truppen. Diese Region, gezeichnet von Asche, Ruß und dem hallenden Klang stählerner Hämmer, erwies sich als außergewöhnlich fruchtbarer Boden für Metal der härteren Gangart. Während das englische Birmingham mit Black Sabbath und Judas Priest die Wiege des klassischen Heavy Metals und der NWOBHM war, entsprang dagegen der deutsche Thrash Metal mit Kreator und Sodom genau hier, nämlich im Ruhrgebiet.

Und genau hier, sowohl mental als auch geografisch, sind RESURRECTED verwurzelt. Einer der brutaleren Gattung des Death-Metals lassen sich für ihr achtes Studioalbum „Perpetual“ von der Geschichte ihrer Heimat inspirieren – eine Hommage an eine Ära von Stahl und Schweiß, die perfekt zur Unerbittlichkeit ihrer Musik passt.

RESURRECTED wurden einst 1993 in Duisburg gegründet und gehören mittlerweile mit zu den Pionieren des Brutal Death Metal in Deutschland. Als Gitarrist Thomas Granzow die Band mitbegründete, war die musikalische Ausrichtung bereits klar definiert: kompromissloser, technischer Brutal Death Metal. Das erste Demo „Darkside of Reality“ (1994) machte unmissverständlich deutlich, wohin die Reise ging – eine Kombination aus ungezügelter Aggression und technischer Präzision. Das 1998er Debütalbum “Raping Whores” verschaffte RESURRECTED schließlich internationale Anerkennung. Es folgten hochgelobte Werke wie „Butchered in Excrement“ (2001) und „Endless Sea of Loss“ (2006).

Obwohl RESURRECTED allerdings oft mit Genre-Größen wie CANNIBAL CORPSE, SUFFOCATION oder MORBID ANGEL verglichen wurden, haben sie dennoch stets ihren unverwechselbaren eigenen Sound bewahrt. So auch auf dem neuesten Streich namens „Perpetual“.

Auf „Perpetual“ halten RESURRECTED weiterhin unbeirrt ihren Kurs und bleiben fest auf ihrer Old School Brutal Death Metal-Schiene, wie bereits die erste Single „Sanity Is Lost“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der fünfte Track der Scheibe kommt als vernichtende Midtempo-Nummer daher und wird von dreckigem Grooves, dichten Riffs und unerbittlicher Härte angetrieben. In der Mitte des Songs beschleunigt sich das Tempo plötzlich zu einem gewalttätigen Ausbruch – eine gnadenlose Erinnerung daran, dass, sobald die Wucht zuschlägt, die Vernunft wirklich verloren ist.

Das dazugehörige Video ist inspiriert von Deutschlands schwerstem Bergbauunglück: Am 20. Februar 1946 ereignete sich in der Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 kurz nach Mittag eine Methanexplosion, die eine noch größere Kohlenstaubdetonation auslöste. Diese thematische Verankerung in der industriellen Vergangenheit des Ruhrgebiets zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.

Bereits im Intro von „Unholy Intercession“ wird deutlich, wohin die Reise geht. RESURRECTED haben mit „Perpetual“ bewiesen, dass wahre Brutalität einfach zeitlos ist. Eine unheilvolle Atmosphäre begleitet durch Sirenengesang leitet das Album ein, bevor der Doublebass-Sturm mit „Human Wrath“ auf den Hörer hereinbricht. Stark sind auch die vertrackten progressiven Rhythmen, die einmal mehr an CANNIBAL CORPSE und co. erinnern. Der anschließende Kracher „Forever Damned“ überzeugt sofort mit Abwechslung - stakkatoartige, stampfende Rhythmen sorgen beim Hörer umgehend für verhärtete Nacken und Fußmuskulatur. Für mich persönlich sticht allerdings sofort der Song „Sanity Is Lost“ heraus. Warum? Weil er nicht nur messerscharf auf den Punkt geprügelt mit eigener Identität daherkommt, sondern weil auch der rhythmisch wiederkehrende Mittelpart einfach in den Gehörgängen hängen bleibt - analog auch der Track „Echoes of Creation“.

Auch das Cover ist wohl gewählt, gestaltet durch Ivan S. Bragin (Bragin Design), ergänzt es gekonnt die düstere, industrielle Atmosphäre des Albums.

Bei der Produktion und dem Mixing bzw. Mastering übernahm kein Geringerer als Klangveredler Jörg Uken im renommierten Soundlodge Studio in Rhauderfehn den Job. Herausgekommen ist ein druckvoller, klar definierter und dennoch genug schmutziger Sound, der es schafft, die rohe Energie einzufangen, die RESURRECTED seit über drei Jahrzehnten perfektioniert haben und mittlerweile auszeichnet.

In Summe ist „Perpetual“ natürlich kein revolutionäres Album, das das Genre neu definiert. Aber das muss es auch nicht sein. Es ist eine Demonstration eines handwerklich einwandfrei dargebotenen Werkes feinster deutscher Todes-Metall-Geschichte - kompromisslos, ehrlich, brutal und dennoch eigenständig. Man hört die über 30 Jahren Banderfahrung in jedem einzelnen Part der Songs des Albums heraus. Genau das ist es, was das Genre hier in Good Old Germany braucht.

Resurrected - Sanity Is Lost [Official Music Video]
Resurrected - Forever Damned [Official Lyric Video]