Seit der Reunion veröffentlichen die Jungs aus Oslo wieder regelmäßig Alben. Nummer Drei nach dem Klassiker ´Apocalypse Dudes´ hört auf den Namen ´Retox´ - ein merkwürdiger Titel wenn man die überwundene Heroinsucht von Hank betrachtet, aber sei´s drum.
Turbonegro sind eine der wenigen Bands, die es geschafft haben, ihren ureigenen Sound zu kreieren und so erkennt der Hörer die Band auch beim neuen Album auf Anhieb. Im Gegensatz zu den älteren Scheiben klingt mir ´Retox´ einfach zu abgeklärt. Von der Eigenart, Songs gegen den Strich zu bürsten, ist bei Tracks wie ´Hell Toupée´ leider nichts zu merken und der Anfang von ´Do You Do You Dig Destruction´ erinnert sogar an Midnight Oil´s ´Beds Are Burning´. So wirklich Deathpunk ist das nicht. Auch die Stimme von Hank ist diesmal nicht so charismatisch wie auf den anderen Alben. Beim Hören wünsche ich mir die ganze Zeit, dass die Jungs öfter mal wie bei ´No, I'm Alpha Male´ die Handbremse lösen und endlich loslegen. Bei allem Gemäkel ist zu bedenken, dass es sich um eine Turbonegro Scheibe handelt und ich sie mit den anderen vergleiche. Es ist also Gejammer auf hohem Niveau - viele andere Bands würden sich nach den Riffs der Norweger die Finger lecken. ´Retox´ ist eine gute Scheibe, der leider die magischen Momente der Vorgänger abgehen.