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UADA - Devoid Of Light: 10th Anniversary Release

VÖ: 31. Juli 2026  •   Label  Eisenwald, Eisenwald Tonschmiede

UADA - Devoid Of Light: 10th Anniversary Release

Nicht nur aus Dienst am Fan veröffentlicht das Label der amerikanischen Black Metal Band UADA eine remasterte und erweiterte Auflage ihres Debüts aus dem Jahr 2016. Dieser 'Spuk' wurde am 31. Juli 2026 auf die schwarzen Metalseelen losgelassen.
Beim Öffnen der Schublade des Metal-Subgenres Black Metal besteht für mich immer das Vorurteil, dass ein rechtsextremes und/oder antisemitisches und/oder antichristliches und/oder satanistisches Aerosol anhaftet. Da Black Metal nur sehr beschränkten Zugang zu meinem Gehör bekommt, ich keine weiteren Metalmagazine mehr konsumiere (das letzte kaufte ich nach dem Mord an Dimebag Darrell), die 'Begleitpapiere' bezüglich des Albums an bestimmten Info eine Definitionslücke hatten, UADA im Twilight Magazin zuletzt 2018 mit einem Review bedacht wurden, musste erstmal offene Informationsgewinnung betrieben werden für die aktuelle Besetzung sowie die Crew zum Zeitpunkt der ursprünglichen Produktion des Albums im Jahr 2016.
Und siehe da... Gut, Oregon gilt erstmal als sehr progressiver Bundesstaat mit hoher Liberalität, weit weg von KKK, Proud Boys und anderen reaktionären Gruppierungen. Dennoch gehörten UADA 2016 zum Billing eines Festivals in Kanada im November, auf der auch die polnische Band Graveland, die dem National Socialisitic Black Metal (NSBM) zugeordnet wird, vermerkt war. Der durchaus alles andere als gewaltlose Protest linker bzw. antifaschistischer Menschen führte unmittelbar dazu, dass weder Graveland auftreten konnten, noch UADA. UADA missbilligten das Verhindern des Auftritts und schon klebte der besagte Haufen Sch..ße unterm Fuß. Zwei Jahre später war ein Auftritt in Leipzig vorgesehen, genauer gesagt im Stadteil Connewitz. Connewitz gilt als Ort, wo sich eine alternative Szene entwickelt hat, um nicht zu sagen, anarchische Ströme und (gewaltbereite) Antifa. In Connewitz gibt es ebenso ein lebendiges Nachtleben und Kulturangebote. Der Veranstalter des Konzerts lud UADA aus, weil sich die Band nicht entschieden genug vom NSBM abhebe, so die Begründung. In mehreren Statements in Zusammenhang mit Absagen und Beinahe-Absagen (und dem Rekurs auf die Ereignisse um das Festival in Montreal 2016) artikulierte sich die Band sehr ablehnend gegenüber Rassismus, Faschismen und Gewalt in allen Formen, sie seien vielmehr eine unpolitische Band. Ihre eigene Weltanschauung lehne Hass ab, ihre Musik drehe sich um Erleuchtung und Spiritualität. 
Ihr in Thüringen ansässiges Label hat UADA bislang die Treue gehalten.
Vielleicht hätte die Band einfach 2016 in Montreal still die Absage durch den öffentlichen Aufruhr gegen Graveland akzeptieren sollen. Auf der anderen Seite galt ihre Kritik der Gewaltaktionen der Antifa-Gruppen und anderer Aktivisten, die den Abbruch des gesamten Festivals Messe de Morts herbeiführten. Insofern kann die Sippenhaft UADAs als wenig differenzierte Interpretation ihrer Einlassung verstanden werden. Noch vor drei Jahren mussten sie sich wieder erklären. Der Duft war also auch nach fünf Jahren nicht verflogen und ich reflektiere mich auch, dass ich mit der Darstellung der Kontroverse UADAs bei der Leserschaft des Reviews diesen Vorwurf der stillschweigenden Akzeptanz gegenüber NSBM in Erinnerung rufe sowohl bei den denen, die die Band kennen als auch bei denen, denen die Band bislang nichts sagte.
DIe Generation X und die Boomer wissen, dass es in Deutschland eine Band aus dem Frankfurter Raum gibt, die eine kontroverse Sturm und Drang Phase hatte, was das Umfeld angeht (dazu noch Alkohol- und BtM-Konsum). Das Underdog Image führt(e) dazu, dass ihre Konzerte und Festivals ausverkaufte Massenereignisse wurden. Vielleicht müssten sie für die finale Absolution mit Die Ärzte, Toten Hosen, Donots & Co. auf einer Bühne stehen.

Devoid The Light wurde durch Arthur Rizk, einem amerikanischen Musikproduzenten und Toningenieur neu abgemischt. Es sollte zwar den Oldschool-Charakter des Originals behalten, jedoch klarer und aufgeräumter klingen. Als Erweiterung der zur Debütpressung befindet sich das Cover eines Song von Vinterland als zusätzliches Lied auf dem Album. Das Projekt Wraith Knight wirkt bei dem Cover mit. Nick Superchi steckt dahinter. Er ist der Bruder des UADA Sängers und Gitarristen Jake Superchi. Instrumental orchestrale Ambientmusik auf Basis Synthesizer/Keyboard/Digital Audio Workstation ist sein Gebiet. Also Klangteppichknüpferei. Mit unbedarfter Annäherung finde ich alle Kompositionen der Scheibe gar nicht schlecht. Der Mix insgesamt verursacht bei mir den Eindruck, als habe man die Band, vor allen Dingen das Schlagzeug in einer Höhle aufgenommen oder bewusst einen sehr großen Abstand zwischen Mikrophonen und vor allen Dingen den Schlagzeugbestandteilen gewählt. Es ploppt mir besonders die Snare viel zu hohl aufs Gehör, manche Hänge-Tom auch. Im Verhältnis zu Bass und Gitarren sowie Gesang hört sich das Schlagzeug so an, als sei es weiter hinten im Raum. Dennoch ist positiv hervorzuheben, dass der Bandsound insgesamt ausgeglichen ist - bis auf die "Ferne" der Drums. An dieser Stelle geht mein Gruß raus an Teile der Redaktion, die während meines Reviewschreibens beim W:O:A: 2026 sind. Denn von den dort auftretenden Bands, die mich interessierten und deren Konzerte als Stream oder zumindest in der Mediathek vorhanden sind, enttäuschte mich massiv Lacuna Coil mit einem superschlecht abgemischten Bandsound, der daran krankt, dass das Schlagzeug einerseits Gitarren und Bass überlagert und anderseits flach klickend und hohl ploppend nervt bei allen Stücken, die sie aufführten. Das muss doch die FOH hören und korrigieren oder vorab bei einem Soundcheck so justieren, dass sich das ganze wie ein lebendiges Schlagzeug anhört. The Gathering, P.O.D., In Flames, Life Of Agony usw. hatten einen ordentlichen Schlagzeugsound (ich weiß natürlich nicht, wie es das Publikum aufnahm, aber die vorhandene Konzertaufnahme Lacuna Coils ist durch das Schlagzeug echt qualitativ dürftig).
UADAs Schlagzeugsound ist im Vergleich dazu um Welten besser (und sie weniger bekannt als Lacuna Coil). 
Neben dem neuen Mastering will die Jubiläumsausgabe durch das zusätzliche Lied begehrenswert werden (das besagte Vinterland Cover Our Dawn Of Glory), dann durch bislang unveröffentlichte Photographien Peter Bestes, seltenem Archivmaterial und erweiterten Liner Notes.

Fazit: Die Goodies mal bei Seite stellend sowie auch die strittige (Nicht-)Positionierung anlässlich des Festivals 2016, hätte ich als Toningenieur/Produzent beim Remastern entweder das Schlagzeug neu einspielen lassen, so dass es richtig gut klingt [z. B. wie das Schlagzeug eines Janosch Rathmers (u. a. Long DIstance Calling, The Great Sea)] oder zumindest anders gemixt. UADA Fans werden an dieser Neuauflage wahrscheinlich nicht vorbeikommen und einen guten Spuk erleben.