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Beseech – Future.Present.Past.

VÖ: 28. August 2026  •   Label  Despotz Records

Beseech – Future.Present.Past.

In den 90er Jahren haben sich in der Metal Szene verschiedene neue Richtungen entwickelt und ausgeprägt. MOONSPELL, WITHIN TEMPTATION, LACUNA COIL, TIAMAT & CEMETARY sind nur einige der Bands, die metallische Sounds auf ganz unterschiedliche Weise mit melancholischen Tönen mischten. Und auch BESEECH aus Schweden machten nach zwei Demos mit ihrem 1998er Debüt „… from a bleeding Heart“ auf sich aufmerksam. Nach fast dreißig Jahren kehren BESEECH mit „Future.Present.Past“ nun mehr oder weniger zu ihren Wurzeln zurück.

Ganz zurück zu den Anfängen geht es nicht, denn Sängerin Lotta Höglin stieß erst beim Zweitwerk „Black Emotions“ (2000) zur Band. Den männlichen Gesang übernahm damals noch Originalsänger Jörgen Sörberg. Ein letztes Mal, denn zwei Jahre später war Erik Molarin als neuer Duett-Partner auf „Souls Highway“ zu hören. Nach zwei weiteren Longplayern war dann erstmal Schluss für die Band. Und als 2016 mit „My Darkness, Darkness“ das Comeback eingeleitet wurde, stand die Schwedin Angelina Sahlgren Söder am Mikro – meines Wissens nicht mit einem gewissen CSU-Vorsitzenden verwandt.
Der Albumtitel „Future.Present.Past“ darf wohl auch auf die Band bezogen werden, denn das erste Album seit 10 Jahren stellt insofern eine Zäsur dar, als mit Höglin und Molarin nun wieder das Gesangs-Duo der 2000er Jahre am Mikro steht. Musikalisch laden BESEECH, die mittlerweile ohne Gründungs-Gitarrist Klas Bohlin auskommen müssen, die Hörer ein, ihnen in ihre melancholisch-düstere Welt zu folgen. Schon im eröffnenden „Ambigious Mind“ werden die musikalischen Wurzeln deutlich hörbar und nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Vocals schaffen BESEECH einen hörenswerten Spagat zwischen melancholischer Tristesse und erhabener Schönheit. Das Gitarren-Duo Strömberg/Engström erschafft eine handfeste Grundlage für die melodischen Keyboards und Samples. Insofern holen einen BESEECH dort ab, wo uns MOONSPELL und LACUNA COIL in den 90er Jahren zurückgelassen haben. Die Schweden wirken weniger poppig als Bands wie BEYOND THE BLACK, klingen aber dennoch eingängig. „Future.Present.Past“ wirkt dabei weniger wie eine Hitmaschine, denn es gehört zu denjenigen Alben, die man eher in Gänze anhört. Einzelne Songs herauszuheben fällt da eher schwer. Ein Hinweis auf das ROXETTE-Cover „The Sweet Hello, the Sad Goodbye” sei dennoch erlaubt. Der Song passt sich zwar recht gut ins Gesamtbild ein, die Eigenkompositionen sind jedoch deutlich stärker.
Ob Ende August der perfekte Zeitpunkt für diese Art von Musik ist, weiß ich zwar nicht so recht. Aber was im August gut ist, gefällt in der kommenden düsteren Jahreszeit mit Sicherheit auch noch. Der passende Soundtrack zum anstehenden Mera Luna Festival ist das Album in jedem Fall.
BESEECH liefern mit „Future.Present.Past“ nach 16 Jahren ein verdammt starkes Album voll ansprechender Melancholie und ästhetischer Melodie ab, welches sich nicht irgendeinem Zeitgeist anbiedert, sondern eher dem Albumtitel entsprechend die verschiedenen Phasen der Bandgeschichte gelungen verknüpft und den Schweden so das Tor in eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft aufstößt – in der ein neues Album nicht erneut 10 Jahre auf sich warten lässt.
Beseech - Hesitation (Official Music Video)