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Unzucht – Neon Dom

VÖ: 15. Mai 2026  •   Label  Metalville
Aus dem tiefen Schwarz der Gothic-Szene scheint ein grelles Licht in den Metal-Kosmos. Im „Neon Dom“ brennen die Lichter, denn UNZUCHT melden sich mit ihrem ersten Album nach der Trennung von Sänger Daniel Schulz zurück.

„Neon Dom“ ist bereits das neunte Album der Band, die über die gesamte Republik verstreut lebt. Ich muss zugeben, dass ich die bisherige Karriere der Band stets nur mit einem Auge verfolgt habe. Doch die Singleauskopplung vom titelgebenden „Neon Dom“ ließ mich aufhorchen. Da haut die Band ziemlich fette Riffs raus und Neuzugang Timm Hindorff klingt erfreulich wenig nach MERA LUNA. Hier hört man deutlich, dass Gitarrist Daniel einen Metal-Hintergrund hat. Guter Groove, guter Refrain. Mit „Feuerregen“ wildern UNZUCHT wohl am ehesten in den Gefilden von SUBWAY TO SALLY & Co.
Spätestens mit „Krieger“ wird dann allerdings klar, weshalb Daniel Schulz auch problemlos bei OOMPH! unterkommen konnte. Doch ich möchte behaupten, dass UNZUCHT mit diesem Song das stärkere Material in der Hinterhand haben – hier werden die OOMPH!-Jünger der 90er-Jahre treffend abgeholt. Wer auch die dritte Singleauskopplung „Katharsis“ gehört hat, der wird mir zustimmen, dass sich UNZUCHT ausgesprochen wandelbar präsentieren. Der Song passt auf jeden Fall auf die Bühne des MERA LUNA, wird aber genauso gut auf dem ROCKHARZ funktionieren.
„Chaos“ ist eine kraftvolle Mischung aus Aggression, elektronischen Details, kraftvollen Riffs, donnernden Drums und kritischen Texten. Das gefällt. Doch das Quartett kann auch ruhig und so gibt es mit „Nie mehr zurück“ eine kurze – aber hörenswerte – Verschnaufpause.
Auf der zweiten Albumhälfte geht es tanzbar weiter („1000 Scherben“, „Gegen die Zeit“), bevor es mit „Koloss“ und „Apokalypsis“ heftig weitergeht, was sich u. a. in Daniels aggressiven Growls manifestiert. Und bevor man sich versieht, wird man vom zweiteiligen „Nachtschatten“ schon wieder aus dem Neon Dom herausgeworfen. Und während die grellen Lichter des Neon Doms noch die Dunkelheit erhellen, geht der Hörer in dem Bewusstsein, dass sich der knapp 45-minütige Besuch in der gotischen Kathedrale des metallischen Düsterrocks gelohnt hat. Mit „Neon Dom“ gelingt UNZUCHT ein „Neustart“ nach Maß.
UNZUCHT - Neon Dom (Official Video)
UNZUCHT - Katharsis (Official Video)